Huffpost Germany

Die "Wirtschaftsweisen" fordern Erhöhung des Rentenalters

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RENTE
Die "Wirtschaftsweisen" der Bundesregierung fordern ein höheres Renteneintrittsalter. | Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Drucken
  • Die "Wirtschaftsweisen" der Bundesregierung fordern ein höheres Renteneintrittsalter
  • Damit stellen sie sich gegen Bundessozialministerin Andrea Nahles
  • Nahles ist gegen eine Erhöhung des Rentenalters

Während immer mehr Menschen in Deutschland von Altersarmut bedroht sind, ist eine Frage drängender denn je: Wie lässt sich die angespannte Rentensituation lösen?

Innerhalb der Bundesregierung wird bereits seit Monaten heftig über eine Rentenreform diskutiert. Jetzt schalten sich die "Wirtschaftsweisen" der Bundesregierung in die Debatte mit ein und fordern ein höheres Rentenalter.

"Damit in der langen Frist ab dem Jahr 2030 der Beitragssatz weniger nach oben und das Sicherungsniveau weniger nach unten angepasst werden müssen, ist eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters notwendig", heißt es in dem Jahresgutachten, das der Wirtschafts-Sachverständigenrat am Mittwoch an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) übergab.

Steigt mit der Lebenserwartung auch das Rentenalter?

Die Experten empfehlen das Renteneintrittsalter ab 2030 an die höhere Lebenserwartung zu koppeln, um ein stabileres Rentensystem zu schaffen.

„Im Jahr 2080 ergäben sich dadurch ein Sicherungsniveau von 42,1 Prozent und ein Beitragssatz von 23,9 Prozent“, erklären die Wirtschaftsweisen. Eine höhere Untergrenze für das Rentenniveau, etwa auf 45 Prozent, würde dagegen höhere Beitragssätze von 2040 an erfordern.

Auch eine Einbeziehung von Selbstständigen in die Rentenversicherung würde sich nach Ansicht des Sachverständigenrats ungünstig auswirken.

Nahles ist gegen höheres Rentenalter

Mit ihrer Empfehlung das Rentenalter anzuheben, stellen sich die Wirtschaftsweisen gegen Bundessozialministerin Andrea Nahles. Wie sie nach Teilnehmerangaben zum Abschluss ihres Rentendialogs mit Verbänden und Sozialpartnern deutlich machte, ist Nahles gegen ein höheres Rentenalter.

Im November will sie ein Rentenkonzept vorlegen mit der Nennung eines Mindest-Rentenniveaus und eines Höchst-Beitragssatzes 2045.

Das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn fällt laut Regierung ohne Reform von den heutigen 47,8 Prozent bis 2045 auf voraussichtlich 41,6 Prozent. Der Beitragssatz dürfte von 18,7 auf 23,4 Prozent steigen.

Nahles plant außerdem eine bessere Absicherung für Selbstständige.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(mf)