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Top-Ökonom warnt: Der deutsche Sparer wird enteignet

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HANSWERNERSINN
Der Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor einer Enteignung von Sparern. | ASSOCIATED PRESS
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  • Die Europäische Zentralbank hält weiterhin an ihrer Nullzinspolitik fest
  • Der Ökonom Hans-Werner Sinn sieht für Sparer darin eine Form der Enteignung

Es sind keine gute Zeiten für Sparer – die Europäische Zentralbank (EZB) hält weiterhin an ihrer Nullzinspolitik fest. Der frühere Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, sieht darin bereits eine Form der Enteignung.

Im Interview mit der "Bild" kritisierte der Top-Ökonom: "Wer früher über 30 Jahre hinweg bei normalen Zinsen eine Rente angespart hat, der hatte zum Schluss zwei Drittel seiner Rente aus Zinsen und Zinseszinsen, und ein Drittel war die eigentliche Ersparnis."

Im Vergleich dazu, was der deutsche Sparer früher für sein Erspartes erwarten konnte, werde er durch die geringen Zinsen zurzeit "weiterhin enteignet", betont Sinn.

Inflation bedroht Ersparnisse

Aber auch der Realwelt des Ersparten selbst könnte in Gefahr sein, nämlich durch die geplante Steigerung der Inflation in Deutschland.

Mehr zum Thema: Hans-Werner Sinn rechnet mit Euro-Austritt Italiens

"Das ist die Politik der EZB. Aber ob das gelingt, das wissen wir noch nicht. Deutschland ist ein schwerer Tanker. Man kann die Inflation nur mit Mühe erhöhen. Umgekehrt, wenn man es geschafft hat, den Tanker zu bewegen, dann lässt er sich kaum noch stoppen. Das ist sehr gefährlich“, erklärt Sinn gegenüber der „Bild“.

Tatsächlich stieg die Inflation im Oktober wieder auf den höchsten Stand seit Mitte 2014. Wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Für die Konjunkturentwicklung strebt die EZB allerdings eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an.

Für die deutschen Sparer ist die Mischung aus Mini-Zinsen und steigender Inflation jedenfalls eine gefährliche Mischung.

Mit Material von dpa.

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(mf)