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Polizei warnt: Wenn ihr diese Facebook-Posts teilt, könnt ihr euch strafbar machen

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Ihr solltet besser kurz überlegen, bevor ihr etwas auf Facebook postet | Plume Creative via Getty Images
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Die Tochter eures Nachbarn wird vermisst. Seit Tagen gibt es kein Lebenszeichen von dem Mädchen. Also entscheidet er sich dazu, einen privaten Fahndungsaufruf auf Facebook zu erstellen - in der Hoffnung, dass er von möglichst vielen Menschen geteilt wird und so die Chancen steigen, dass er seine Tochter bald wieder in die Arme schließen kann.

Ihr denkt euch nichts dabei und teilt den Beitrag weiter. Ihr wollt ja schließlich nur helfen. Doch diese Gutmütigkeit könnte euch zum Verhängnis werden: Das Teilen von privaten Fahndungsaufrufen könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Polizei und auch ein Anwalt für Medienrecht warnen vor solchen überstürzten Handlungen.

"Nur eine Ausnahme"

Michael Maaß, Pressesprecher der Polizei Berlin, weist in der Huffington Post darauf hin, dass nur Strafverfolgungsbehörden öffentlich nach vermissten Menschen suchen dürfen: "Um öffentlich nach einer Person zu fahnden, ist ein richterlicher Beschluss von Nöten." Es gibt nur eine Ausnahme, die keinen Beschluss erfordert: "Ist Gefahr im Verzug, können wir auch ohne Beschluss rausgehen."

"Postings sind keine rein private Sache"

Christian Solmecke ist Rechtsanwalt für Medienrecht und weiß, welche Folgen auf Nutzer des Sozialen Netzwerkes zukommen könnten, wenn sie einen solchen privaten Fahndungsaufruf teilen: "Privatpersonen dürfen keine privaten Fahndungsaufrufe starten. Postings auf Facebook sind keine rein private Sache – die Informationen können sich dort rasend schnell verbreiten und haben eine enorme Breitenwirkung."

Wer solche Aufrufe dennoch teilt, sollte wissen, dass der Betroffene "in diesem Fall einen Unterlassungs- und gegebenenfalls sogar einen Schadensersatzanspruch hat".

Erst denken, dann posten

Für Facebook-User gilt: Ihr Verhalten ist auch strafrechtlich relevant. "So können die Äußerungen je nach konkretem Inhalt strafbare Beleidigungen oder üble Nachrede darstellen. Noch härter bestraft werden die Äußerungen, in denen zur Tötung des Verdächtigen aufgerufen wurde. Nach § 111 Abs. 1 StGB wird derjenige, der öffentlich zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wie ein Anstifter behandelt. Der Anstifter wiederum wird wie ein Täter bestraft“, warnt Solmecke.

Also lieber einmal mehr darüber nachdenken, welche Inhalte man auf seinem privaten Facebook-Profil teilt. Nicht nur Babyfotos oder Bankverbindungen haben dort nichts zu suchen.

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(ks)