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Kretschmann äußert sich bei "Maischberger" überraschend zur Kanzler-Frage

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KRETSCHMANN
Winfried Kretschmann bei "Maischberger" | ARD Mediathek
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  • In ihrer Talkshow empfing Sandra Maischberger diesmal nur zwei Gäste: Grünen-Politiker Winfried Kretschmann und "Freitag"-Herausgeber Jakob Augstein
  • Ersterer bekannte Farbe, letzterer kritisierte den Politiker dafür und die Politik der Grünen scharf

Sandra Maischberger präsentierte ihre Talkshow in einem neuen Format. Statt der üblichen Talkrunde hielt sie ein Einzelgespräch mit dem Grünen-Politiker Winfried Kretschmann ab.

Und das hat sich gelohnt. Die Sendung wurde nicht nur zu einem farbigen Porträt eines der beliebtesten Politiker Deutschlands - sie konnte ihm auch ein politisches Bekenntnis entlocken.

Kretschmann, der in Baden-Württemberg eine Grün-Schwarze Koalition anführt, sprach sich für eine erneute Kanzlerkandidatur der Amtsinhaberin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel aus.

Für Kretschmann ist Merkel "sehr wichtig in der europäischen Krise"

"Das fände ich sehr gut", sagt er. Aus seiner Sicht ist die Kanzlerin "sehr wichtig in der europäischen Krise". Der Kurs, den sie fahre, sei richtig, sagte Kretschmann. "Ich wüsste auch niemand, der diesen Job besser machen könnte als sie."

Angesichts der Geheimnistuerei von CDU, CSU und SPD bei der Frage der Kanzlerkandidatur ist dieses klare Bekenntnis eine kleine politische Sensation.

Mehr zum Thema: Geheimtreffen zwischen Merkel und Kretschmann: Rückt Schwarz-Grün näher?

Es war nicht das einzige Bekenntnis zum Konservatismus, das Kretschmann an diesem Abend gab. Maischberger lockte ihn am Anfang der Sendung gekonnt in eine Falle. Sie stellte ihm in schneller Abfolge eine Reihe von Fragen im Stil eines Party-Spiels. Auf die Frage "Tofu, Wurst oder Schnitzel?", antwortet Kretschmann mit "Schnitzel".

Kretschmanns erster Joint zeigte keine Wirkung

Auf "Joint oder Bierkrug?" mit "Bierkrug". Er habe nur ein einziges Mal gekifft, und es habe keine Wirkung gezeigt. Dann schnappte Maischbergers Falle zu: "Seehofer oder Ramelow?", fragte die Moderatorin.

"Das beantworte ich nicht", sagte Kretschmann plötzlich. "Wieso, ist doch so ähnlich wie Tofu oder Schnitzel?", stichelte Maischberger. Ihr gelang es, aus Kretschmann doch noch so etwas wie ein politisches Bekenntnis zu pressen. "Über die Strecke gesehen" ist ihm Seehofer doch näher.

An andere Stelle wurde sein Ablehnung der Linken noch deutlicher: "Eine Koalition mit der Linkspartei ist in einem Industrieland schwer vorstellbar." Mit den Linken könne man keine Außenpolitik machen.

Mehr zum Thema: Jetzt äußert sich Kretschmann erstmals zu seinen Ambitionen Bundespräsident zu werden

Als zweiter Gast kam der "Freitag"-Herausgeber Jakob Augstein ins Studio. Der warf Kretschmann vor, gar kein Grüner zu sein. "Ich glaube, dass Sie ein ganz toller CDU-Politiker sind." Bei den Grünen gebe es einen linken und einen konservativen Flügel, deren Differenzen bisher kaschiert wurden, sagte er. Augstein hält es mit Simone Peter - für ihn sind die die Grünen eine linke Partei. Innerhalb der Grünen "gibt es zwei Parteien - und jetzt vor der Bundestagswahl müssen Sie Farbe bekennen."

"Was Sie machen, ist CDU plus Insektenschutz"

Augstein ließ keinen Zweifel, wo er dabei Kretschmann sieht: "Was Sie machen ist CDU plus Insektenschutz", fasste er dessen Politik zusammen.

"Was sie gesagt haben, ist Polemik", entgegnete der Grünen-Politiker etwas eingeschnappt - und wurde zum ersten Mal etwas lauter. Die Grünen müssten nicht links sein, es gebe bereits zwei linke Parteien. "Meine Partei steht für Menschheitsfragen, nicht für grünen Tüddelkram", beschrieb er seine Position - was Augsteins Sicht aber nur bestätigte.

Augstein wagte eine Prognose: "Ich glaube, dass sich der Kretschmann-Flügel durchsetzt - wir die Grünen dann aber auch nicht mehr brauchen."

Kann Kretschmanns Bekenntnis zu Merkel als ein Hinweis auf eine mögliche grün-schwarze Koalition nach der Bundestagswahl gewertet werden?

Kretschmann ist gerade dabei, dies auf Landesebene zu testen. Als Maischberger ihn fragte, welche Koalition besser funktioniere - Rot-Grün oder Grün-Schwarz - antwortete er ausweichend: "Das wird sich herausstellen." Immerhin gab er zu, dass das Bündnis mit der CDU "eine Herausforderung" sei.

"Doch es läuft besser, als ich dachte", sagte er.

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(mf)