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"Zweiter al-Bakr" soll IS-Mitglied gewesen sein

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BERLIN SEK
LKA nimmt Terrorverdächtigen in Berlin fest | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Die Polizei hat einen terrorverdächtigen Syrer in Berlin festgenommen
  • Zuvor wurde der Verdächtige und mögliche Komplizen deutscher Herkunft über einen längeren Zeitraum observiert

Der am Mittwochabend in Berlin festgenommene terrorverdächtige Syrer wird verdächtigt, Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen zu sein. Das sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich wohl um einen Einzeltäter.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich erleichtert über die Festnahme geäußert. "Das war ein wichtiger Fall", sagte der Minister am Donnerstag am Rande eines Kongresses zur Arbeit der Geheimdienste in Berlin. Der Mann sei schon länger vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet worden. Der Zugriff am Mittwochabend sei nötig gewesen, da Gefahr im Verzug gewesen sei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur zudem am Donnerstag.

"Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diesen Verdächtigen festnehmen zu lassen", sagte de Maizière. Der Fall zeige, dass die Sicherheitsbehörden wachsam seien und gut zusammenarbeiteten. Die Behörden täten alles, "damit es in Deutschland nicht zu einem Anschlag kommt".

Das LKA hatte den Terrorverdächtigen in Berlin-Schöneberg festgenommen. Das gab die Polizei via Twitter bekannt. Der 27-jährige Syrer wurde in einer Wohnung in dem Stadtteil gefasst.

Nach Informationen von "Focus Online" wird in Berliner Sicherheitskreisen bereits von einem "zweiten Dschaber al-Bakr" gesprochen. Der festgenommene Syrer sei als hochgefährlich einzustufen. Nach Angaben der "Welt" handelt es sich zwar um einen Syrer, der aber in Tunesien geboren wurde.

Die Wohnung des Verdächtigen in der Berliner Kolonnenstraße wurde durchsucht, um Kommunikationsmittel zu beschlagnahmen. Allerdings wurde wohl kein Sprengstoff gefunden, wie es aus Sicherheitskreisen heißt. Endgültig klar sei das aber noch nicht, hieß es am Donnerstag. Auch der RBB hatte gemeldet, bei der Durchsuchung im Stadtteil Schöneberg sei in der Nacht «offenbar kein Sprengstoff gefunden worden» - anders als beim vor gut drei Wochen in Sachsen verhafteten Syrer Dschaber al-Bakr.

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(mf)