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5 Symptome, dass deine Kopfschmerzen etwas Schlimmeres sein könnten

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KOPFSCHMERZEN
Kopfschmerzen können gefährliche Ursachen haben | iStock
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Fast jeder Mensch kennt Kopfschmerzen. Sie können unterschiedlich stark auftreten und auch die Art des Schmerzes kann variieren. Fachleute unterscheiden zwischen 200 verschiedenen Formen.

In den meisten Fällen sind Kopfschmerzen harmlos und lassen sich gut behandeln. Doch es gibt auch Anzeichen, die auf gefährliche Ursachen von Kopfschmerzen hindeuten.

Bei diesen Anzeichen sollte ein Arzt aufgesucht werden

Lawrence C. Newman, Direktor des Headache Institute, Neurologe am Mount Sinai Roosevelt Hospital und Präsident der American Headache Society hat eine Liste von fünf solcher Anzeichen zusammengestellt.

Wenn ihr eines davon bei euch bemerkt, solltet ihr Newman zufolge schnell einen Arzt aufsuchen:

• Explosionsartige Kopfschmerzen, die wie aus dem Nichts auftreten. Das könnte ein Anzeichen für eine Hirnblutung sein

• Wenn den Kopfschmerzen Anstrengungen oder Husten, das Heben von schweren Lasten oder sexuelle Aktivität vorausgegangen sind, dann können die Kopfschmerzen ein Anzeichen für Probleme im Gehirn sein, z.B. für einen Schlaganfall.

• Wenn die Kopfschmerzen von neurologischen Problemen wie einseitiger Taubheit oder Lähmungsgefühlen, Sprachproblemen oder Sehproblemen begleitet werden, dann kann das auf einen Schlaganfall oder Gehirntumor hindeuten.

• Wenn mit den Kopfschmerzen auch Steifheit im Nackenbereich oder andere Krankheitsgefühle auftreten, dann können die Schmerzen ein Anzeichen für eine Meningitis oder eine andere Infektionskrankheit sein.

• Gesundheitliche Veränderungen ab einem Alter von 50 Jahren. "Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, dass den Kopfschmerzen ernstere Erkrankungen zugrunde liegen, wie z.B. eine Entzündung der Blutgefäße im Schädel. Man sollte darauf achten, ob sich das Muster der üblichen Kopfschmerzen verändert", warnt Newman.

Chronische Kopfschmerzen

Etwa 54 Millionen Deutsche leiden unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen. Die beiden häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerz und Migräne, die insgesamt ungefähr 90 Prozent aller Kopfschmerzerkrankungen ausmachen.

Doch selbst die heftigsten chronischen Kopfschmerzen können Newman zufolge geheilt oder in ihrer Intensität und Häufigkeit gemindert werden.

"Die gute Nachricht ist, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, es wird ständig Neues entwickelt. Wenn bisher nichts erfolgreich angeschlagen hat, dann sollte man nicht aufgeben und sich weiter informieren, denn es wird laufend in immer mehr Richtungen geforscht", sagt der Neurologe.

Neue Therapien, die Migräneanfälle verhindern sollen, beinhalten eine neuartige vorbeugende Medikation (die Antikörper enthält, die bestimmte Rezeptoren des Gehirns besetzen) und ein Stirnband, das bestimmte Nervenzweige des Gehirns stimulieren soll.

Mehr zum Thema: Migräne: Diese acht Tipps machen den Kopfschmerzen ein Ende

Das schwierigste ist die richtige Diagnose

Er fügt jedoch noch hinzu, dass der weitaus schwierigere Teil der ist, jemanden zu finden, der die richtige Diagnose stellen kann.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab kürzlich bekannt, dass nur ein geringer Teil der Personen weltweit, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, eine korrekte Diagnose erhalten.

Ist die Diagnose erst einmal da, folgt die Behandlung. Leidet man unter Kopfschmerzen, die infolge eines Schlaganfalls, eines Gehirntumors oder einer Meningitis auftreten und bisher kein Glück mit der Behandlung hatte, dann sollte man sich an einen Neurologen oder Spezialisten für Kopfschmerzen wenden.

Die Kopfschmerzen benennen

Laut der Weltgesundheitsorganisation gehören Kopfschmerzen zu den häufigsten Störungen des Nervensystems. Primäre Kopfschmerzen treten in den folgenden Formen auf:

Spannungskopfschmerzen: Typischerweise beidseitige Kopfschmerzen, Druck aber kein Pochen, leicht bis mittelschwer, werden durch routinemäßige Arbeit nicht verschlimmert, begleitet von Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit oder Übelkeit (nicht mehr als ein Begleitsymptom).

Migräne: Tritt eher einseitig auf, pochend, mittlere bis starke Schmerzen, verschlimmert sich bei routinemäßiger Arbeit; Übelkeit und Erbrechen sind häufig Begleitsymptome, ist das nicht der Fall, treten Licht- oder Lärmempfindlichkeit als Begleitsymptome auf. Nur bei ca. 20 Prozent der Personen, die an Migräne leiden, treten Sinnesstörungen auf.

Cluster-Kopfschmerzen: Ein- bis zweimonatige Cluster-Periode, Kopfschmerzen treten zwischen einmal alle zwei Tage bis achtmal am Tag auf. Die Schmerzen konzentrieren sich im, hinter oder rund um die Augen herum. Patienten beschreiben die Schmerzen als ein Stechen in das Auge oder wie einen Ballon, der das Auge von hinten herausdrückt. Extrem starke Schmerzen.

Ursachen der Kopfschmerzen

Primäre Kopfschmerzen haben viele verschiedene Ursachen, die abhängig sind von der individuellen körperlichen Verfassung. Im Allgemeinen aber werden sie durch Probleme mit den Schmerzrezeptoren im Kopf hervorgerufen, wie z.B. einer Überempfindlichkeit oder einer Überstimulierung.

Eine weitere Ursache kann die Kombination dieser genannten Probleme zusammen mit der chemischen Aktivität im Gehirn, den Nerven oder Blutgefäßen des Kopfes außerhalb des Schädels oder den Muskeln des Kopfes oder Nackens sein.

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Wie kann man Kopfschmerzen vorbeugen?

Den Koffeinkonsum einschränken. Kleine Mengen Koffein können bei Kopfschmerzen helfen, ein übermäßiger Konsum jedoch kann Kopfschmerzen auslösen. "Es sollten nicht mehr als 200mg Koffein pro Tag konsumiert werden (entspricht 2 Tassen Kaffee); Menschen, die zu Migräne neigen, reagieren oft besonders empfindlich auf Koffein und sollten noch weniger oder gar kein Koffein zu sich nehmen", erklärt Teshamae Moneith, Ärztin aus Miami und Sprecherin der American Academy of Neurology.

Alkohol vermeiden. Alkoholkonsum kann zu Kopfschmerzen führen oder Migräne auslösen, fügt Monteith noch hinzu. Wein, besonders Rotwein, ist eine bekannte Ursache von alkoholbedingter Migräne.

Riboflavin oder Vitamin D. "Es wird sehr viel zur Einnahme von hohen Dosen von Riboflavin oder Vitamin D geforscht. Eine Dosis von 400mg Riboflavin oder Vitamin D pro Tag soll helfen, Kopfschmerzen vorzubeugen. Diese Nährstoffe wirken, indem sie den Stickoxidspiegel erhöhen und so die Blutgefäße weite", erklärt Laurie Steelsmith, Ärztin aus Honolulu, Heilpraktikerin und Autorin von "Natural Choices for Women’s Health".

Problematische Lebensmittel erkennen. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf Schokolade, Käse, Süßstoff und Nitrite, da diese Nahrungsmittel Chemikalien enthalten, die Migräneanfälle auslösen können, so Monteith. Hat man seine problematischen Lebensmittel erst einmal erkannt, sollte man diese vermeiden.

Viel Wasser trinken. Dehydrierung kann Kopfschmerzen auslösen. Ungefähr 2 Liter Wasser pro Tag sind empfehlenswert, rät Newman. "Es ist noch nicht wirklich klar, wie Hydrierung wirkt, aber Kopfschmerzen werden als ein Evolutionsvorteil betrachtet, teils auch aufgrund ihrer Rolle als ein Indikator für eine drohende Dehydrierung", fügt Monteith hinzu.

Ein regelmäßiges Schlafmuster. Langes Ausschlafen am Wochenende vermeiden, stattdessen zur selben Zeit aufstehen wie auch unter der Woche. "Wir sind uns nicht sicher, wieso diese Methode hilft. Wir können nur die Vermutung anstellen, dass ein Gehirn, das anfällig für Migräne ist, sehr empfindlich auf kleinste Veränderungen reagiert. Hält man seine alltäglichen Abläufe und die alltägliche Routine konstant gleich, so sinkt auch das Kopfschmerzrisiko", erläutert Newman.

Sport treiben. Mindestens 30 Minuten dreimal die Woche Aerobic, mehr wäre noch besser. Monteith erklärt es folgendermaßen: Das Freisetzen von körpereigenen Endorphinen kann ein Grund sein, wieso Migräne vorgebeugt wird. Andere mögliche Vorteile können die Reduzierung von Stress, ein Anheben der Stimmung und auch ein allgemeines Wohlbefinden des Gehirns sein, aber das ist spekulativ."

Yoga. Laut einer Studie, die kürzlich im "Journal of Headache Pain" veröffentlicht wurde, kann Yoga helfen, die Häufigkeit von Kopfschmerzen signifikant einzuschränken. Empfohlen werden 60 Minuten viermal die Woche. Auch kann durch Yoga die Medikation eingeschränkt werden, Symptome werden gelindert und Depressionen und Angstzustände, die bei Menschen, die an Migräne leiden, ebenfalls oft auftreten, werden gemindert.

Botox. Leidet man unter chronischer Migräne kann auch Botox helfen, so Newman. Nach Angaben des Migraine Trust ist nicht wirklich bekannt, warum das der Fall ist, aber eine Theorie lautet, dass Botox die Freisetzung von Schmerz-Neurotransmittern blockiert, was wiederum die Stimulierung des zentralen Schmerzverarbeitungssystems verhindert.

Was tun, wenn die Kopfschmerzen da sind?

Der erste Schritt ist immer die Einnahme eines Medikaments, sobald die ersten Symptome auftreten. "Je früher Medikamente gegen Migräne eingenommen werden, desto besser wirken sie, weil man die Kopfschmerzen noch in ihrer Entwicklung stoppt. Haben die Schmerzen erst einmal ihren Höhepunkt erreicht, dann dauert es auch länger, bis die Medikamente wirken", erklärt Newman.

Anderen Patienten kann auch Magnesium helfen. "Ein natürliches Mittel bei Migräne kann auch eine Magnesium-Infusion sein. Magnesium ist ein Vasodilatator, es öffnet die Blutgefäße", so Steelsmith. Es kann durch einen Naturheilarzt oder einen Allgemeinmediziner verabreicht werden.

Eine Alternative können auch Magnesiumtabletten sein (500 – 1000mg), die oral zuhause eingenommen werden können. Aber Vorsicht, Magnesium kann bei manchen Menschen zu Durchfall führen.

Behandlungen ohne Medikation

Aber es gibt auch Behandlungen ohne Medikation. Ein Beispiel sind die kognitiven Verhaltenstherapien, dazu gehören Biofeedback, Meditation und Entspannungstherapien.

Vielleicht ist das ein Weg. Körperlicher und geistiger Stress kann nach Angaben der American Headache Society Kopfschmerzen verschlimmern.

Kognitive Verhaltenstherapien können Stress mindern und somit auch auf die Dauer der Kopfschmerzen einwirken und diese einschränken. Hat man die Techniken erst einmal verinnerlicht, so können sie auch präventiv angewendet werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA, wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt und von Gina Louisa Metzler bearbeitet.

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