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Demenz: 7 frühe Anzeichen, die man nicht ignorieren sollte

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7 frühe Anzeichen von Demenz, die man nicht ignorieren sollte | Jose Luis Pelaez Inc via Getty Images
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Wenn von Demenz die Rede ist, denken die meisten Menschen an Gedächtnisverlust und andere offensichtliche Hinweise auf mentale Disfunktionen.

Wissenschaftler aber warnen vor Anzeichen, die weit subtiler sind und dennoch bereits auf ein frühes Stadium von Demenz hindeuten können.

Denn: Bereits kleine Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit können Vorzeichen der Erkrankung sein. Experten sprechen dabei von Mild Behavioral Impairment (MBI), zu deutsch “leichte Verhaltensstörung”.

Hier sind 7 Dinge, auf die ihr achten solltet, wenn ihr eine Demenz-Erkrankung bei euren Liebsten oder anderen Personen in eurem Umfeld vermutet.

1. Abnehmendes Interesse

Wenn jemand bisher beispielsweise immer gerne Schach spielte und auf einmal kein Interesse mehr an dem Hobby zeigt, kann das ein frühes Anzeichen von Demenz sein.

Auch wenn derjenige sich von Menschen abwendet, die er bisher gerne um sich hatte oder Themen ablehnt, über die er stets gerne diskutierte, kann das auf die Krankheit hindeuten.

2. Erhöhtes Frustrations-Level

Menschen, die unter MBI leiden, sind oft angespannt und reagieren aggressiv auf andere. Alltägliche Geschehnisse und routinierte Handlungsabläufe versetzen sie mitunter in Panik. Zudem fällt es ihnen schwer, zu entspannen und Ruhe zu finden.

Mehr zum Thema: Hinter der Panik und dem Geschrei: Warum ich meine demente Oma pflege

3. Verminderte Fähigkeit, soziale Situationen richtig einzuschätzen

Demenzkranke im frühen Stadium verhalten sich in Gegenwart anderer Menschen häufig anders als zuvor. Es fällt ihnen schwer, Situationen richtig zu interpretieren, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Kontext.

4. Plötzliche Niedergeschlagenheit

Wenn jemand, der bisher grundsätzlich fröhlich und positiv gestimmt war, auf einmal traurig und nachdenklich wirkt, kann auch das auf ein frühes Stadium einer Demenz-Erkrankung hindeuten.

Im schlimmsten Fall geht der Beginn einer Demenz mit schweren Depressionen einher. Wenn ein Mensch in seinem Leben nie unter klinischen Depressionen litt, in fortgeschrittenem Alter aber auf einmal darunter leidet, kann es mit der Demenz-Erkrankung zu tun haben.

Das bedeutet nicht, dass Depressionen im Alter automatisch auf Demenz oder andere kognitive Störungen hindeuten. Sie erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Demenz-Erkrankung vorliegt.

Wissenschaftler fanden 2012 in einer Studie heraus, dass Über-50-Jährige, die unter Depressionen leiden, drei Mal häufiger an Demenz erkranken als andere in ihrem Alter.

Mehr zum Thema: Was passiert, wenn eine Frau nach 62 Jahren Ehe an Demenz erkrankt

5. Übermäßiges Misstrauen

Menschen mit ersten Anzeichen einer Demenz neigen dazu, anderen Menschen bösartige Intentionen zu unterstellen. Sie misstrauen plötzlich oft auch Menschen, die ihnen nahe stehen.

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6. Unfokussiertes Starren

Bei Demenzkranken verändern sich die kognitiven Funktionen im Gehirn. Die Fähigkeit, sich an Fakten, Erinnerungen und Informationen zu erinnern, nimmt ab - und damit auch die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

“Als Folge kann sich das Gehirn nicht mehr auf die wichtigen Dinge fokussieren”, sagte George Perry, Wissenschaftler an der University of Texas, der US-Ausgabe der Huffington Post. Unfokussiertes Starren könne daher ein erstes Anzeichen für so genannte “Tangles” (etwa: “Wirrungen”) im Gehirn sein.

7. Die Unfähigkeit, Sarkasmus zu erkennen

Klar, es gibt Menschen, die Sarkasmus besser erkennen als andere. Das ist auch eine Frage der Sozialisierung und des Umfelds. Wenn jemand allerdings regelmäßig Äußerungen, die offensichtlich nicht ernst gemeint sind, missdeutet und fälschlich ernst nimmt, kann auch das ein erstes Anzeichen von Demenz sein.

Katherine Rankin, Forscherin an der University of California in San Francisco fand in einer Studie heraus, dass Demenzkranke häufiger oft sarkastische Aussagen ihrer Mitmenschen nicht richtig einordnen können, auch wenn sie ihnen gegenüberstehen.

Der Grund, so sagte Perry der Huffington Post, sei, dass bei Demenz speziell ein Teil des Gehirns nicht mehr funktioniere: der hintere Hippocampus, wo das Kurzzeitgedächtnis Erinnerungen speichert und Äußerungen nach ihrem Wahrheitsgehalt prüft.

All diese Symptome können auf ein frühes Stadium der Demenz hinweisen, speziell, wenn sie ab einem höheren Alter auftreten. Sie können allerdings auch andere Gründe haben. Solltet ihr euch unsicher sein, ratet den Menschen, bei denen euch die Anzeichen auffallen, am besten zu einem Arztbesuch.

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(ks)