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Das passiert in deinem Gehirn, wenn du etwas Negatives über Flüchtlinge erfährst

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MIGRANTS
Das menschliche Gehirn soll mehr auf negative Meldungen als auf positive anschlagen. | PHILIPPE HUGUEN via Getty Images
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Das menschliche Gehirn ist prädestiniert dazu, negative Stereotypen aufzusaugen. Das wollen britische Forscher im Zuge einer neuen Studie herausgefunden haben, berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian".

Das Team des Neurowissenschaftlers Hugo Spiers von der Universität in London ist sich demnach sicher: Das Gehirn reagiert stärker auf Informationen über Gruppen, die Menschen als negativ empfinden, als auf Gruppen, gegen die sie weniger Vorurteile haben.

Die Ergebnisse der Forscher könnten also erklären, wie Vorurteile zum Beispiel über Flüchtlinge entstehen.

Informationsfetzen waren ausreichend

Insgesamt nahmen 22 Probanden an der Studie teil. Ihnen wurden zwei fiktive Gruppen vorgestellt: die Kitils und die Pellums. Dann bekamen die Teilnehmer Informationsfetzen über die ausgedachten Völker, wie:

  • Ein Mitglied der Kitils hat nach einer streunenden Katze getreten.
  • Ein Mitglied der Pellums hat seiner Mutter einen Blumenstrauß geschenkt.

Diese Info-Fetzen führten dazu, dass die Versuchspersonen beiden Gruppen unterbewusst entweder als "gut" oder "böse" einstuften.

Messung der Hirnaktivität kann das Entstehen von Vorurteilen nachvollziehen

Hirn-Scans zeigten zudem, dass die Teilnehmer nach den Informationen bereits ein genaues Bild über die zuvor vorgestellten Stämme hatten.

Darauf lässt die Aktivität im Schläfenlappen, einer Region im Gehirn, schließen. Durch eine Messung dieser Aktivität könne den Forschern zufolge Schritt für Schritt nachvollzogen werden, wie es zu den Vorurteilen kam.

Auch ein Teil des Frontallappens offenbarte dem Bericht zufolge Spannendes: Das menschliche Gehirn reagiert demnach wohl stark auf die Nachricht, dass das Mitglied einer vermeintlich bösen Gruppe, etwas Gutes getan hat.

Stärker als auf die gegenteilige Nachricht - also wenn eine gute Gruppe etwas Schlechtes getan hat.

"Zeitungen sind voll mit schrecklichen Taten"

"Das ist in etwa so, wie wenn man erfährt, dass bei ISIS auch ein paar nette Leute arbeiten", sagte Spiers, der an der Universität in London lehrt, der britischen Tageszeitung. "Jedes Mal, wenn jemand von einer sehr schlechten Gruppe, etwas sehr Nettes tat, dachten sich die Teilnehmer 'Oh, komisch'."

Bastian Schiller, ein Neurowissenschaftler der Universität Freiburg, sagte dem "Guardian": "Sie haben wirklich erforscht, wie es zu der Bildung von Vorurteilen kommt."

Diese Erkenntnisse könnten also erklären, warum manche Menschen auf bestimmte Gruppen so negativ reagieren.

Denn: "Die Zeitungen sind voll mit schrecklichen Taten, die Menschen verübt haben", sagte auch Spiers. "Du bekommst all diese Nachrichten, aber die negativen stechen heraus. Ein gutes Beispiel ist der Islam: Es gibt so viel mehr negative als positive Geschichten zu lesen. Und die festigen sich mit der Zeit auch im Gehirn."

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(cho)