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Putins nützlicher Idiot: Trumps Verhältnis zu Russland könnte Europa in Gefahr bringen

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TRUMP PUTIN
Während des Wahlkampfes bekam Donald Trump Hilfe von Hackern - wahrscheinlich aus Russland | Bloomberg via Getty Images
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Über Donald Trumps Verhältnis zu Russland wurde viel spekuliert. Der republikanische Präsidentschaftskandidat äußerte sich nicht nur sehr freundlich über den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Darüber hinaus kommen immer wieder Gerüchte auf, die unterstellen, dass der Republikaner den Russen hörig sei. Über Geschäftsbeziehungen nach Russland wurde geschrieben.

Gestern tauchten sogar Berichte auf, die behaupten, dass Trump angeblich mit Videos von einer Sex-Party in Moskau erpresst werden soll. Und das Magazin "Slate" berichtet über einen geheimnisvollen Server, der Signale an eine russische Bank kommuniziert.

Wikileaks-Veröffentlichungen belasteten Clintons Kampagne

Ein amerikanischer Präsident, der abhängig von Russland ist - das klingt wie Stoff für einen Thriller. Tatsächlich müssen wir uns über Trumps Verhältnis zu Russland Sorgen machen. Aber aus Gründen, die nichts mit Verschwörungstheorien zu tun haben.

Es gibt erdrückende Hinweise, dass russische Geheimdienste in den US-Wahlkampf eingegriffen haben. Die Kampagne Hillary Clintons war belastet von einer Serie von Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Wikileaks. Die letzte wurde am Montag publik und stammt aus einem mutmaßlichen Hackerangriff auf das E-Mail-Konto von Clintons Wahlkampfchef John Podesta.

Demnach soll Ex-CNN-Moderatorin Donna Brazile im März Clintons Wahlkampfteam vorab eine Frage zugeschoben haben, die der Präsidentschaftskandidatin bei einer TV-Debatte gestellt werden sollte. In der Frage ging über die von einem Skandal um bleiverseuchtes Trinkwasser heimgesuchten Stadt Flint.

Die Spuren führen nach Russland

Die von Wikileaks veröffentlichten Daten stammen aus zwei Hackerangriffen: Zum einen von einem Angriff auf das Gmail-Konto Podestas, zum anderen von einem auf das Democratic National Committee. Dabei wurden unter anderem Honorare veröffentlicht, die Hillary Clinton für Reden bei Goldman Sachs und der Deutschen Bank erhielt

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Russland hinter den Angriffen steht. WikiLeaks hat nie die Quelle der DNC-Dokumente bekannt gegeben. Doch ein Hacker, der sich selbst "Guccifer 2.0" nennt und sich als Rumäne ausgibt, bekannte sich zu dem Hack. Doch in einem Twitter-Interview mit "Vice" konnte er nicht auf rumänische Fragen antworten. Zudem hinterließ er bei dem Hack russische Metadaten in den Dokumenten.

Noch überzeugender: Die Software, welche die Server des DNC infizierte, nutze eine IP-Adresse, die zuvor bei einem Angriff auf den Deutschen Bundestag benutzt worden war. Und der wurde von der russischen Regierung in Auftrag gegeben, wie aus deutschen Sicherheitsdiensten bekannt wurde.

Auch die Spuren des Angriffs auf Podestas E-Mail-Konto weisen nach Russland. Die Hacker schickten dem Demokraten in einer E-Mail einen Link des Linkkürzer-Dienstes Bitly. Die Sicherheitsfirma SecureWorks konnte das Bitly-Konto der russischen Hackergruppe "Fancy Bear" zuordnen. Auch eine weitere Firma, CrowdStrike, hält diese Gruppe für verantwortlich.

Trumps Nationalismus macht ihn nützlich für Putin

Russland hat seine Gründe, Trump zu unterstützen. Es ist sein Nationalismus, der Russland nutzen würde, sollte der Republikaner an die Macht kommen.

Trump will die Außenpolitik ausschließlich an US-Interessen ausrichten - getreu dem Motto "Amerika zuerst". Er sagt, andere Länder wie Deutschland oder Japan müssten für den Schutz der USA bezahlen. Das militärische Engagement will er begrenzen, aber gleichzeitig den Kampf gegen den Terrorismus verstärken.

Die Nato nannte er "überkommen". Die Allianz wird durch das Versprechen zusammengehalten, dass alle Bündnismitglieder jedes einzelne verteidigen werden, sollte es angegriffen werden. Wenn die USA dieses Versprechen nicht mehr vorbehaltlos geben, ist die Nato Geschichte.

Und: die Nato ist das Einzige, was Putins Expansionsstreben in Osteuropa entgegensteht.
Ein US-Präsident Trump würde sie deutlich schwächen oder vielleicht zerbrechen lassen - und würde so zum nützlichen Idioten des russischen Präsidenten werden.

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(mf)