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"Curvy Supermodel"-Juror Angelina Kirsch: "Diäten sind Quatsch"

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Model Angelina Kirsch setzt ihre Kurven gerne in Szene

Heute Abend kürt Angelina Kirsch (26) in der Castingshow "Curvy Supermodel" gemeinsam mit Motsi Mabuse, Harald Glööckler und Ted Linow bei RTL II Deutschlands erstes kurviges Model. Und wenn sich eine in dem Business auskennt, dann sie. Seit Kirsch während eines Urlaubs entdeckt wurde, ging es mit der Modelkarriere der blonden Beauty steil bergauf, sie arbeitete u.a. schon mit Zalando und H&M zusammen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät die 26-Jährige, warum sie dem Job anfangs skeptisch gegenüber stand und wie sich kurvige Frauen am besten in Szene setzen können.

Frau Kirsch, modeln war nie Ihr Traumberuf. Wovon haben Sie ursprünglich geträumt?

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Angelina Kirsch: Als ich klein war, wollte ich Friseurin werden, danach Anwältin. Als ich größer wurde, wusste ich nicht mehr so recht, was ich tun soll, also habe ich einfach viel rumprobiert. Während meines Studiums war Plan A eigentlich, dass ich in Richtung Motivations- oder Verkaufscoaching gehe. Das Studium habe ich auch beendet, aber plötzlich ging die Modelsache richtig durch die Decke. Der Job hat für mich jetzt Priorität.

Wie wurden Sie entdeckt?

Angelina: Ich war nach einer Sightseeing-Tour in einem Eiscafé in Rom, als mich plötzlich Jan-Eric Lütjen von Place Models auf Deutsch ansprach und gesagt hat: "Ich find dich schön. Möchtest du in meiner Modelagentur für mich arbeiten?" Da habe ich dankend abgelehnt, aber wir sind in Kontakt geblieben, weil wir beide aus der Nähe von Hamburg kamen. Dann hat er mich ein halbes Jahr lang bekniet, bis ich gesagt habe, dass ich mal in der Agentur vorbeikomme. Dabei wollte ich nur persönlich absagen.

Wie hat er darauf reagiert?

Angelina: Er fragte: 'Warum willst du das denn nicht?' und ich antwortete: 'Schau doch mal auf deine Homepage. Nur großartige Models, die schon auf dem Cover der Vogue oder Elle waren und tolle Shows gelaufen sind. Und dann schau mich an. Das bin ich einfach nicht. Ich trage weder Größe 34, noch will ich abnehmen. Das brauche ich jetzt nicht für mein Leben.' Dann erklärte er mir, wie ein Curvy Model arbeitet, und ich habe es als Möglichkeit gesehen, neben dem Studium etwas Geld zu verdienen. Kaum hatte mich dafür entschieden, habe ich eigentlich von dem Tag an durchweg gearbeitet.

Sie sagten gerade, dass Sie keine Lust hatten, abzunehmen. Weil Sie sich in Ihrem Körper immer wohlgefühlt haben?

Angelina: Ja. Ich habe von Zuhause aus ein großes Selbstwertgefühl mit auf den Weg bekommen. Meine Mama ist auch curvy. Sie hat sich immer schön gemacht und mir vorgelebt, dass sie was aus sich macht und sich in ihrem Körper gut fühlt. Ich finde, so lange man sich gut bewegt, gesund ernährt und gut zu seinem Körper ist, dann sollte man akzeptieren, wie er ist. Wenn er grad kurvig ist, fein, und wenn er schlank ist, auch fein.

Was halten Sie von Diäten?

Angelina: Ich sage 'Ja' zu bewusster Ernährung, aber 'Nein' zu Diäten. Ich habe auch noch nie eine gemacht. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wenn du den ganzen Tag wie ein Zombie durch die Gegend rennst und irgendwelche Punkte im Kopf zusammenzählst und dir den Kopf darüber zerbrichst, was du essen darfst. Es gibt so viele andere schöne Dinge im Leben. Diät ist Quatsch.

Trotzdem kennt jede Frau diese Tage, wo sie sich einfach nicht wohlfühlt. Was machen Sie, um sich sofort besser zu fühlen?

Angelina: Das kommt ganz auf die Situation an. Wenn ich gestresst bin, lege ich gerne einen Beauty- und Wellnesstag mit einem Schaumbad und schöner Musik ein. Wenn ich einen schlechten Tag habe und mich mal nicht so gern im Spiegel ansehe, ziehe ich mir mein Lieblingsoutfit an. Dann ist mir auch egal, ob ich es die letzten fünf Tage schon anhatte (lacht). Einfach, weil ich mich darin schön und wohl fühle.

Wo wir schon beim Thema Mode sind: Sollten kurvige Frauen zu körperbetonter oder lieber zu weiter Kleidung greifen?

Angelina: Die Hauptsache ist, dass man sich wohlfühlt. Wer ein hautenges Kleid tragen möchte, sollte ein hautenges Kleid tragen und wenn man eher Lust auf ein legeres Oberteil hat, dann sollte man ein legeres Oberteil tragen. Aber: Der schlimmste Fehler, den man machen kann, ist, sich komplett zu verhüllen. Zeltmode geht gar nicht. Es ist auch nicht so wichtig, welche Größe auf dem Etikett steht, auf die ideale Passform kommt es an. Ansonsten kann ich jedem nur raten: Habt Spaß an der Mode!