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Renten-Ökonom Raffelhüschen: "Regierung hat die größten Dummheiten schon begangen"

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RENTE
Der Freiburger Rentenökonom Bernd Raffelhüschen warnt vor Sozialbeiträgen von über 60 Prozent | dpa
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  • Der Rentenökonom Bernd Raffelhüschen warnt vor Sozialbeiträgen von über 60 Prozent
  • Das prognostizierte Raffelhüschen im Gespräch mit "Focus Online"
  • Die Rente mit 63 und die Mütterrente verurteilte er als "größte Dummheit" der aktuellen Regierung

Der Freiburger Rentenökonom Bernd Raffelhüschen warnt vor Sozialbeiträgen von über 60 Prozent im Jahr 2040, sollte die Bundesregierung nicht gegensteuern.

"Allein der Beitrag zur Krankenversicherung wird im Jahr 2040 bei 26 bis 28 Prozent liegen, wenn sich nichts ändert. Das wären dann Sozialabgaben von weit über 60 Prozent", sagte Raffelhüschen im Interview mit "Focus Online".

Um hohe Sozialbeiträge zu vermeiden, fordert Raffelhüschen Karenzzeiten und Selbstbehalte bei Kranken- und Pflegeversicherung. "Am Ende wird es auf einen Selbstbehalt hinauslaufen – dann eben, wenn die Beiträge schon bei 26 Prozent sind", sagte Raffelhüschen.

"Rentendebatte ist das dümmste, was der Rentenversicherung passieren kann"

Der Rentenökonom geißelt zudem die Klientel-Politik der Bundesregierung in den vergangenen Jahren. "Die größten anzunehmenden Dummheiten hat die aktuelle Regierung schon begangen: die Rente mit 63 und die Mütterrente." Der einzige Fehler, der noch offen sei, sei die aktuell diskutierte Stabilisierung des Rentenniveaus.

Auch im Wahlkampf sollten die Parteien laut Raffelhüschen auf das Thema Rente verzichten: "Diese Rentendebatte ist das dümmste, was der Rentenversicherung passieren kann", sagte er. Die Rente sei generationengerecht, so wie sie ist.

Bei der Rente stehen in den kommenden Wochen entscheidende Weichenstellungen an. Am Montag hatte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) zu Schlussberatungen ihres Rentendialogs mit Verbänden, Gewerkschaften, Arbeitgeben und Fachpolitikern geladen.

Für Anfang November ist zudem eine Spitzenrunde der Koalition auch zur Rente geplant. Mitte November will Nahles ein Gesamtkonzept vorlegen.

Mit Material der dpa

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