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Polizei: Deshalb mussten wir Verdächtige in der Kölner Silvesternacht laufen lassen

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DIETER ROMANN
In der Silversternacht von Köln mussten Beamte Verdächtige wieder laufen lassen, sagt Bundespolizeipräsident Dieter Romann | dpa
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  • Die Bundespolizei musste in der Silvesternacht in Köln Verdächtige laufen lassen
  • Das sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Montag im Untersuchungsausschuss
  • Die Beamten hätten Verdächtige stehen lassen müssen, um Opfern anderswo zu helfen

Was genau in der Silvesternacht in Köln geschah, bleibt unklar. Eines jedoch scheint sicher: Die Beamten vor Ort waren wohl zu deutlich zu wenige, um mit den Herausforderungen der Nacht umgehen zu können.

Jedenfalls hatte die Bundespolizei nach Darstellung ihres Behördenleiters kaum Möglichkeiten, Straftäter in der Kölner Silvesternacht festzunehmen.

Teilweise hätten die Beamten Verdächtige stehenlassen müssen, um Opfern anderswo zu helfen, berichtete Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Montag im Untersuchungsausschuss Silvesternacht des Düsseldorfer Landtags. "Die Abwehr unmittelbarer Gefahr hat Vorrang vor der Strafverfolgung", sagte Romann.

"Weitere Verstärkung war nicht möglich"

Mit 67 Beamten habe die Bundespolizei Silvester 2015 bereits deutlich mehr Kräfte am Kölner Bahnhof eingesetzt als in den Jahren zuvor. Eine weitere Verstärkung sei nicht möglich gewesen, erklärte Romann.

Zur Frage, warum es Tage gedauert hatte, bis die Informationen über die Dimension der Verbrechen bei den obersten Dienstherren ankamen, sagte Romann, seine Kollegen hätten "gekämpft wie die tapfersten Krieger bis sechs Uhr morgens, hatten schockierendste Erlebnisse, fielen danach wie tot ins Bett".

"Es war Neujahr, einige hatten vielleicht frei, Familie. Das muss sich erst mal setzen in den Köpfen", sagte Romann. Er habe nicht feststellen können, dass vorsätzlich verschwiegen worden sei.

Am Kölner Hauptbahnhof waren Hunderte Frauen überwiegend von Männergruppen aus dem nordafrikanisch-arabischen Raum eingekesselt, ausgeraubt, sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt worden.

Am Montag soll auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zur Rolle der Bundespolizei in der Kölner Silvesternacht aussagen.

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(ks)