Huffpost Germany

So teuflisch tarnt der IS Bomben - und will damit Kinder töten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
IS BOMB IRAQ TEDDY
Mit Bomben versehene Teddybären und Plüschhasen sollen gezielt Kinder töten | Mahmoud Raouf Mahmoud / Reuters
Drucken
  • Irakische Sicherheitskräfte treffen in ehemals IS-besetzten Gebieten auf tödliche Fallen
  • Die Terroristen hinterlassen unter anderem mit Sprengsätzen versehenes Spielzeug
  • Die scheinbar willkürlich gewählten Bomben stellen die irakische Armee vor eine große Herausforderung

Die Stadt Mossul gilt als die letzte Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak. Zwei Wochen nach Beginn der Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul rücken irakische Sicherheitskräfte immer weiter auf die Großstadt vor - und treffen dabei auf tödliche Fallen, berichtet die britische Nachrichtenseite "The Observer".

Wie grausam die improvisierten Fallen sind, die die Terroristen in vermeintlich gesicherten Gebieten hinterlassen, zeigt eine Lehrausstellung der kurdischen Peschmerga in der nordirakischen Stadt Dohuk. Diese soll irakische Befreiungskräfte auf vermeintliche Gefahren hinweisen.

Sprengsätze in Teddybären sollen gezielt Kinder töten

Türklingen und Holzbretter, aber auch Spielkarten, Teddybären und Puppen werden laut des Berichts mit improvisierten Sprengsätzen versehen. Das Spielzeug wurde wohl gezielt ausgewählt, um Kinder zu töten, meint Nawzad Kamil Hassan von der kurdischen Peschmerga dazu im Interview mit dem "Observer".

"Warum sollte der IS Gegenstände wie Teddybären oder Plüschhasen benutzen? Sie haben sie gezielt ausgesucht, weil sie wissen, dass die Peschmerga sie nicht anfassen wird, wohl aber Kinder".


Viele andere Sprengsätze scheinen absichtlich willkürlich gewählt worden zu sein. Das Ziel: Angst, Verunsicherung und Tod auch nach dem Rückzug des IS in ehemals besetztem Gebiet zu verbreiten - schließlich könnte jeder noch so beliebige Gegenstand einen Sprengsatz auslösen.

"Jeden Tag finden wir neue mit Bomben versehene Gegenstände"

"Viele Iraker haben Angst davor, in ihre Häuser zurückzukehren, weil dies sogar nach dem Rückzug des IS tödlich enden könnte", schreibt die Autorin Emma Graham-Harrison im "Observer".

Die Sprengsätze stellen auch die Sicherheitskräfte vor eine Mammut-Aufgabe. "Jeden Tag finden wir neue mit Bomben versehene Gegenstände", sagt Hassan.

Zwei seiner Männer seien durch Sprengsätze getötet worden, 15 verletzt. Durch die Lehrausstellung erhoffe man sich, die Sicherheitskräfte für die vielfältigen Fallen zu sensibilisieren, um diese Zahlen in Zukunft verringern zu können.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.


(cho)