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Wer sich dieser Insel nähert, könnte Sekunden später tot sein

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NORTH SENTINEL ISLAND
Die Sentinelesen leben zurückgezogen auf North Sentinal Island. | Ethan Miller via Getty Images
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Auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean lebt ein Volk, dem man sich besser nicht nähern sollte - insofern man an seinem Leben hängt. Die Sentinelesen haben nichts für Fremde übrig. Und haben sogar einen Grund, wieso sie jedem Menschen, der ihre North Sentinal Insel betritt, nach dem Leben trachten.

Fischer überlebten den Insel-Ausflug nicht

Im Jahr 1981 kenterte ein Frachter vor der Insel. Zum Glück der Besatzung war der Wellengang an diesem Tag besonders hoch - die Sentinelesen hatten keine Möglichkeit, zu dem Schiff überzusetzen. Alle 33 Mann konnten gerettet werden.

Kurz nach dem verheerenden Tsunami im Jahr 2004, bei dem über 230.000 Menschen ihr Leben verloren, lernte ein Pilot die Wehrhaftigkeit des Stammes kennen, als er über die einsame Insel flog. Er wollte vom Hubschrauber aus die Schäden dokumentieren, die die Flut angerichtet hat. Unter seiner Maschine tauchte plötzlich ein Einheimischer auf und zielte mit Pfeil und Bogen auf ihm. Er kam mit einem Schrecken davon. Und einem Bild aus der Luft, das den Angreifer zeigt:

sentinel island

Zwei Fischer überlebten den Ausflug im Jahr 2006 auf die Insel nicht. Sie wurden getötet, nachdem sich ihr Boot losgemacht hatte und sie ans Ufer getrieben waren. Wilderer sind dafür bekannt, dass sie in den Gewässern rund um die Insel illegal Fischerei betreiben.

Einheimische greifen nicht grundlos an

Die Einheimischen, die seit mehr als 60.000 Jahren auf dem unerforschten Fleckchen Land leben, greifen aber nicht grundlos an: Sie wollen sich schützen. Andere Inselstämme im Indischen Ozean wurden fast komplett ausgelöscht - als sie mit der modernen Zivilisation in Kontakt kamen.

1879 wurden beispielsweise ein älteres Paar und einige Kinder der Sentinelesen gewaltsam nach Port Blair, der wichtigsten Stadt der Insel, verschleppt. Der für die Entführung verantwortliche Kolonialoffizier beschrieb, dass die ganze Gruppe „schnell erkrankte und der alte Mann und seine Ehefrau starben, sodass die vier Kinder mit mehreren Geschenken nach Hause geschickt wurden.“

Ihre extreme Isolation macht sie sehr anfällig für Krankheiten, gegen die sie keine Abwehrkräfte entwickelt haben, sodass Kontakt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tragische Konsequenzen hätte.

Über den wohl sehr spärlichen Lebensstil der Insulaner ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass die Sentinelesen in drei kleinen Gruppen leben. Sie haben zwei unterschiedliche Häusertypen. Neben großen Gemeinschaftshütten mit Feuerstellen für mehrere Familien gibt es auch eher temporäre Unterschlüpfe ohne Seitenwände mit Platz für eine Kernfamilie, die manchmal vom Strand aus sichtbar sind.

Dokumentation von 1974 zeigt die Sentinelesen

Einzig einem indischen Filmteam gelang es im Jahr 1974 Aufnahmen von dem Volk zu machen. Hier könnt ihr die Dokumentation "Man in Search of Man" anschauen:

"Wir wissen nur sehr wenig über sie"

Die Organisation Survival International, die sich für indigene Völker weltweit einsetzt, warnt: "Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Wir wissen nur sehr wenig über sie. Doch wir wissen, dass es weltweit mehr als 100 von ihnen gibt. Allen unkontaktierten Völkern droht eine Katastrophe, wenn ihr Land nicht geschützt wird."

Einer Sache ist sich die globale Bewegung jedoch sicher: Obwohl das Volk in den Medien häufig als „steinzeitlich“ beschrieben wird, scheint dies nicht zutreffend zu sein.

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(mf)