Huffpost Germany

Kinderehen-Gesetzentwurf bringt Maas in Bedrängnis

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HEIKO MAAS
SPD-Justizminister Heiko Maas steht in der Kritik wegen dem Kinderehen-Gesetzentwurf | Adam Berry via Getty Images
Drucken
  • Justizminister Heiko Maas steht wegen eines Gesetzentwurfs zum Umgang mit Kinderehen in der Kritik
  • Darin sollen Ehen von Minderjährigen nicht pauschal verboten werden
  • CDU und CSU sind darüber empört

Ein Gesetzentwurf zum Umgang mit Kinderehen bringt SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas in Bedrängnis.

Der Entwurf sieht ein generelles Verbot von Kinderehen nicht vor. Stattdessen solle ein Gericht über eine mögliche Auflösung von Kinderehen entscheiden.

Die CDU sieht darin ein viel zu lasches Vorgehen. Hessens CDU-Justizministerin Eva Kühne-Hörmann sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Kinderehen darf es in Deutschland nicht geben. Heiko Maas hat beim Thema Verbot von Kinderehen das gemacht, was er immer macht: große Ankündigen für kleine Schritte. Der nun von ihm lancierte Regelungsvorschlag isoliert ihn politisch völlig. Ich kenne niemanden, der nach den Diskussionen der letzten Monate so dilettantisch vorgegangen wäre.“

Kühne-Hörmann: "Dilettantisch und in der Sache daneben"

Kühne-Hörmann hält den Entwurf für völlig untragbar: "Nach den Diskussionen zum Thema Verbot von Kinderehen ist es mir schleierhaft, was den Bundesjustizminister geritten hat, so einen Text in Umlauf zu bringen. Das ist dilettantisch und in der Sache daneben. Man hat immer stärker den Eindruck, als habe die SPD nur noch Wahlkampf im Kopf. Dabei ist sie im Begriff, jede inhaltliche Bodenhaftung zu verlieren.“

Mehr zum Thema: Kinderehen unter Flüchtlingen: 15-Jährige schockt Jugendamt mit ihrem Ehemann

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kritisiert Maas. "Bayern hat schon längst einen Gesetzentwurf gegen Kinderehen vorgelegt. Maas muss diesen einfach eins zu eins umsetzen. Wenn er damit überfordert ist, ist er im Bundesjustizministerium fehl am Platz."

Julia Klöckner: "Ängstlich, halbherzig und nicht akzeptabel"

Zuvor hatte schon CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner den Vorschlag kritisiert: "zu ängstlich, halbherzig und deshalb nicht akzeptabel", sagte sie. "Kinderehen widersprechen fundamental unserer Werteordnung und müssen verboten werden", forderte die rheinland-pfälzische Landesparteichefin am Samstag in Mainz.

Mit Material der dpa

Auch auf HuffPost:

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(cho)