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Linken-Fraktionschefin Wagenknecht warnt: "Clinton erhöht die Kriegsgefahr"

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SAHRA WAGENKNECHT
Sahra Wagenknecht teilt gegen Hillary Clinton aus | dpa
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  • Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht kritisiert die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton
  • In einem Interview sagte sie: "Clinton erhöht die Kriegsgefahr"

Die Bundestagsfraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, teilt mit deutlichen Worten gegen die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton aus. In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" sagte die Politikerin: "Clinton erhöht die Kriegsgefahr."



Wagenknechts Ehemann und der Fraktionsvorsitzende der Linken im Saarland, Oskar Lafontaine, hatte schon im Sommer seinem Unmut über die amerikanische Präsidentschaftskandidatin freien Lauf gelassen. Auf Facebook bezeichnete er Clinton als "die vermutlich nächste Terroristin im Weißen Haus".

Als Wagenknecht auf die Äußerung ihres Mannes angesprochen wurde, sagte sie: "Clinton befürwortet völkerrechtswidrige Kriege und wird von der Rüstungsindustrie und den Terrorunterstützern Katar und Saudi-Arabien finanziert."

Während Obama bislang einen militärischen Konflikt mit Russland in Syrien vermieden habe, könne sich das unter Clinton schnell ändern, so Wagenknecht.

Aber auch wenn die Fraktionschefin eine erhöhte Kriegsgefahr unter Clinton befürchtet, so betont sie dennoch: "Trump ist unwählbar."

Eine realistische Alternative zu Clinton, die zurzeit erneut von ihrem E-Mail-Skandal eingeholt wird, sieht Wagenknecht also auch nicht mehr.

Wagenknecht schließt Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten nicht aus

Gegenüber der Zeitung äußerte sich die Linken-Politikerin außerdem zu der anstehenden Bundespräsidentenwahl in Deutschland. Anders als Linksparteichef Bernd Riexinger schließt Wagenknecht nicht aus, Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Falle einer Bundespräsidenten-Kandidatur des SPD-Politikers zu unterstützen.

Als einer der Initiatoren der Agenda 2010 und Befürworter von Militärinterventionen stehe er zwar für eine Politik, die die Linke ablehne.

Aber: "Steinmeier hat in der aktuellen Russland-Politik vernünftige Akzente gesetzt, im Gegensatz zum schwarz-grünen Säbelrasseln", sagte Wagenknecht der "Bild am Sonntag". "Warten wir mal ab, ob und gegen wen er überhaupt antritt."

Riexinger: Steinmeier hat das "Prädikat: unwählbar"

Riexinger hatte Steinmeier in den "Ruhr Nachrichten" das "Prädikat: unwählbar" verpasst. Dagegen hatte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch dem "Spiegel" gesagt: "Im Fall einer Kampfkandidatur kann ich mir vorstellen, im dritten Wahlgang eher einen Sozialdemokraten als einen Konservativen zu wählen."

Steinmeier war von SPD-Chef Sigmar Gabriel vorgeschlagen worden, hat sich bisher aber nicht bereiterklärt. Von der Union würde er wohl auch abgelehnt, eine Mehrheit hätte er dann voraussichtlich nur im dritten Wahlgang, bei dem eine einfache Mehrheit reicht.

Eine Kandidatur des beliebten Sozialdemokraten wird von mehreren mit ihm befreundeten Prominenten unterstützt, wie die "BamS" schrieb.

Entsprechend äußerten sich in der Zeitung die Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf, der Regisseur Sönke Wortmann sowie der Siemens-Technologie-Vorstand Siegfried Russwurm.

(lk)