Huffpost Germany

Passagen aus Mitteilung entfernt: Bosbach kritisiert de Maizières Umgang mit Islamverbänden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WOLFGANG BOSBACH
dpa
Drucken
  • CDU-Innenpolitiker Bosbach übt Kritik am Innenministerium
  • Innenminister Thomas de Maiziére hatte kritische Aussagen in einer Pressemitteilung überarbeitet

CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen seines Umgangs mit den Islamverbänden kritisiert.

Laut der "Bild am Sonntag" hatte de Maizière eine Pressemitteilung zu einem Treffen mit den muslimischen Vertretern stark überarbeitet. In der unveröffentlichten Fassung, die den Islamverbänden als Tischvorlage vorgelegt wurde, wurde der Innenminister mit erkennbarer Kritik zitiert.

Er forderte die Verbände auf, sich deutlicher zu positionieren, wie muslimisches Leben in Deutschland definiert werde: "Ich habe heute ganz deutlich gemacht, dass die Muslime sich viel aktiver an dieser Diskussion beteiligen müssen", hieß es laut "BamS" darin.

Dachverband Ditib am stärksten in der Kritik

Spezielle Kritik übte der Innenminister dem Bericht der Zeitung zufolge an dem türkischen Verband Ditib, der dem Religionsministerium in Ankara untersteht. "Ich fordere mehr innerislamische Debatten und eine vom Ausland unbeeinflusste Mitgliedsstruktur", so de Maizière.

In der veröffentlichten Pressemitteilung fehlen diese Zitate. De Maizière wird nur noch mit folgenden Worten zitiert: "Wir brauchen die Verbände, wenn es darum geht, jungen Muslimen Orientierung zu geben, und begrüßen, dass sie sich für die Deutungshoheit über den Islam einsetzen."

Der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hält diesen Umgang für falsch. Er sagte der "BamS": "Diese kritischen Passagen waren offensichtlich von den islamischen Verbänden nicht gewollt, wurden wohl deshalb gestrichen. Dass am Ende diese Verbände darüber entscheiden, was veröffentlicht wird, das sollte sich nicht wiederholen. Das geht ja gar nicht."

Islamverbände langer Arm Erdogans in Deutschland?

Islam- und Moscheenverbände stehen in Deutschland seit Längerem in der Kritik. Speziell der Dachverband Ditib gilt unter Skeptikern als langer Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogans. Ditib untersteht dem türkischen Religionsministerium - damit hat Erdogan die Kontrolle über den Verband.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png


Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

(ame)