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Unions-Streit: Merkel fährt nicht zum CSU-Parteitag nach München

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MERKEL SEEHOFER
Unions-Streit: Merkel fährt nicht zum CSU-Parteitag nach München | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Merkel bleibt in diesem Jahr dem CSU-Parteitag fern
  • Das bedeutet einen Bruch mit einer jahrzehntelangen Tradition

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fährt Ende nächster Woche nicht zum Parteitag der Schwesterpartei CSU nach München. Dies verlautete am Samstag aus CSU-Kreisen.

Darauf habe sich die Kanzlerin in einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer am Freitagabend im Kanzleramt geeinigt, hatte zuvor die "Bild am Sonntag" berichtet.

Die CSU bricht damit mit einer jahrzehntelangen Tradition. Eine Teilnahme der Parteivorsitzenden an den jeweiligen Parteitagen der Schwesterpartei gilt in der Union normalerweise als obligatorisch.

Seit der Flüchtlingskrise angespanntes Verhältnis der beiden Parteivorsitzenden

Ursprünglich hatte es geheißen, dass die CSU erst auf ihrer Vorstandssitzung an diesem Montag über eine Teilnahme Merkels entscheiden wolle.

CSU-Chef Seehofer hatte bis zuletzt offen gelassen, ob er Merkel zum Parteitag einladen werde. Hintergrund ist das seit der Flüchtlingskrise angespannte Verhältnis der beiden Parteivorsitzenden.

In der CDU hieß es am Samstag trotzdem, man sei "bei der inhaltlichen Verständigung auf einem sehr guten Weg". Ob Seehofer seinerseits zum CDU-Parteitag Anfang Dezember nach Essen fährt, blieb zunächst offen.

CDU reagiert gelassen

Die CDU-Spitze reagierte gelassen auf die Entscheidung.

"Es ist nicht so wichtig, ob sich die Vorsitzenden wechselseitig auf Parteitagen besuchen. Entscheidend ist, dass wir im Wahlkampf an einem Strang ziehen, um eine rot-rot-grüne Regierung zu verhindern. Und da kommen aus München genau die richtigen Signale,“ sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Laschet äußerte die Erwartung, dass der ungelöste Streit über eine Obergrenze für Flüchtlinge den Wahlkampf nicht belasten wird. "Die Union kann mit einem Dissens in einer Sachfrage leben, zumal eine Obergrenze angesichts der deutlich gesunkenen Flüchtlingszahlen keine praktische Relevanz mehr hat. Wir sind uns programmatisch zu 95 Prozent einig und gehen wieder entspannt miteinander um“, sagte er.

Mit Material der dpa.