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Tod in Carrie Fishers Gästehaus: "Star Wars"-Ikone muss vor Gericht

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Muss sich nun doch vor Gericht verantworten: Schauspielerin und

Antrag zurückgewiesen: "Star Wars"-Darstellerin Carrie Fisher (60) muss nun doch vor Gericht. Wie "The Hollywood Reporter" berichtet, soll sich die 60-jährige Schauspielerin wegen des Todes einer 21-jährigen Frau verantworten, die 2010 in ihrem Gästehaus lebte und an einer Überdosis Heroin verstarb. Das Gericht wies Fishers Antrag ab, indem sie versucht hatte, die Verantwortung für den Vorfall von sich zu weisen.

Doch was wird ihr vorgeworfen? Der Fall ist recht kompliziert und die "Prinzessin Leia"-Darstellerin war, wenn überhaupt, indirekt beteiligt. Neben ihr sind der Arzt Dr. Stephen Marmer und der bekannte Suchtberater Warren Boyd angeklagt. Sie betreiben mehrere Häuser, in denen Suchtkranke während des Entzugs betreut werden. 2010 quartierten die beiden die 21-jährige Amy Breliant in Fishers Gästehaus zur Reha ein. Der Anklage zufolge bekam Fisher von Boyd dafür eine wöchentliche Zahlung in Höhe von 10.000 Dollar. Damit sah es das Gericht als erwiesen an, dass Fisher und Boyd gemeinsam ein Unternehmen führten und sich demnach auch gemeinsam verantworten müssen.

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Betrügerische Absichten?

Der Vorwurf, der nun im Raum steht, ist Betrug. Der Anwalt der Familie der Verstorbenen behauptet, dass "Warren Boyd den Promi-Status von Carrie Fisher ausnutzte, um seinem Rehabilitationsprogramm Glaubwürdigkeit zu verleihen und es so voranzutreiben". Außerdem wirft er Boyd vor, gar nicht an der Genesung seiner Patienten interessiert gewesen zu sein, sondern, dass er sie absichtlich weiter mit Drogen versorgte, um so die Reha zu verlängern und seinen Profit zu steigern. Letzten Endes sei dies der eigentliche Grund für den Tod der 21-Jährigen, heißt es weiter.

Fisher selbst äußerte sich folgendermaßen: "Ich empfinde großes Mitgefühl mit allen Eltern, die ihr Kind frühzeitig verlieren. Ich selbst habe eine Tochter. Ein Kind zu verlieren, ist eine unvorstellbare Tragödie und die Trauer muss vernichtend sein. Leider kann ich aber nicht über Details des Falles reden, da die Ermittlungen noch andauern." Im Mai 2017 soll der Prozess losgehen.

Amy Breliants Familie soll Boyd bis zur Überdosis ihrer Tochter bis zu 220.000 Dollar für eine Vielzahl von Behandlungen gezahlt haben. Besonders prekär: Warren Boyd behauptet auf seiner Webseite, er sei selbst ein Suchtkranker gewesen, der nun anderen dabei helfen will, clean zu werden. Sein Leben inspirierte den US-amerikanischen Privatsender "A&E Network" zu der Serie "The Cleaner", die auf seinem Leben basiert. Durch sie erlangte Boyd in den USA einigen Ruhm und betreute einige Prominente. Darunter Courtney Love, Mel Gibson, Robert Downey Jr. und Whitney Houston.