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"Hauen Sie noch was Rassistisches raus": So stellte die "Heute Show" CSU-Mann Scheuer bloß

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JUNGE UNION ANDREAS SCHEUER
Andreas Scheuer (CSU) im Interview mit "Heute Show"-Reporter Fabian Köster | Screenshot/ZDF
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  • Ein Reporter der "Heute Show" hat Politiker der Union in einem Beitrag am Freitag bloßgestellt
  • Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und die Grünen mussten in der Sendung hämische Kommentare einstecken

"Was kommt eigentlich nach Merkel", fragte Oliver Welke in der ZDF-"Heute Show" am Freitag.

Um die nächste Generation der Unions-Politiker kennenzulernen, schickte Welke einen – nach eigenen Aussagen – "erschütternd jungen Praktikanten" auf den Deutschlandtag der Jungen Union in Paderborn.

Was der 21-jährige Reporter Fabian Köster beweisen wollte: Mit dem Nachwuchs der Union müsse man sich genauso herumärgern wie mit den etablierten Politikern der CDU/CSU.

Den Zuschauern gefielen die frechen Fragen

Tatsächlich war Köster um keine blöde Frage verlegen – und konnte so manchen jungen wie alten Politiker mit frechen Kommentaren bloßstellen.

Auch den Zuschauern gefiel die hämische Berichterstattung. Eine Nutzerin teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihre Freude über die "böse" Fernsehsendung:

Und ein weiterer Nutzer kommentierte, dass besonders Kösters Auftritt ihm gefallen habe:

Streit und Skandale macht Köster zum Thema

Mehrmals bezog sich dieser in Interviews mit Unions-Mitglieder auf die Streitigkeiten und Skandale der CDU/CSU der vergangenen Monate.

Am Parteitag der Jungen Union sprach unter anderem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. In die Schlagzeilen geriet der Politiker im September mit einer umstrittenen Aussage über Asylbewerber. Das Schlimmste sei ein "fußballspielender, ministrierender Senegalese. Weil, den wirst du nie wieder abschieben", hatte er damals gesagt.

Natürlich spielte Köster im Interview auf die prominente Aussage an und erzählte Scheuer einen Witz: "Was ist der Unterschied zwischen einem Senegalesen und einem Doktortitel? Den Doktortitel kriegt man wieder weg."

Scheuer lachte ironisch und fragte, ob die Sendezeit der "Heute Show" damit nun gefüllt sei. "Sie können auch gerne noch was Rassistisches raushauen", schob Köster da nach – und behielt die Oberhand im Interview.

Als nächstes war CDU-Generalsekretär Peter Tauber dran

"Warum sind Sie heute hier?", fragte Köster den CDU-Politiker Peter Tauber. Er gehe immer auf den Deutschlandtag der Jungen Union antwortete Tauber.

"Ich dachte, Sie wären hier wegen der ganzen jungen, hotten Chicks", spielte Köster auf den Sexismus-Skandal in der Berliner CDU an.

Das war fies. Tauber lachte und schüttelte den Kopf. "Ne, in meinem Alter nicht mehr", sagte er.

Merkel hatte sich in Paderborn bemüht, ihr konservatives Publikum hinter sich zu bringen. "Eine nationale Kraftanstrengung zur Rückführung" forderte sie in ihrere Rede.

Dass der Graben zwischen der Kanzlerin und ihrer Partei damit noch nicht geschlossen sein könnte, deutete Köster mit einer letzten Frage an ein Mitglied der Jungen Union an. Auf die Frage, ob er fünf Dinge aufzählen könne, die er an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "so richtig geil" finde, sagte der junge Mann nur ausdruckslos "ne".

Mehr zum Thema: "Heute Show" ätzt über NRW: "Wäre NRW ein Pferd, man würde es erschießen"

Fieses Interview mit Barbara Hendricks

Aber nicht nur die Union bekam in der "Heute Show" ihr Fett weg. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) musste äußerst fiese Fragen über sich ergehen lassen.

Kabarettistin Hazel Brugger begann ihr Interview mit der Frage an die aktuelle Ministerin ein, wie lange sie denn Ministerin "gewesen sei".

Auf die Antworten von Hendricks ging Brugger meist gar nicht ein. Wer beim Klimaschutz am meisten nerve, darauf lieferte Brugger sich selbst eine Antwort: Barbara Hendricks. Der blieb nichts anderes übrig, als zu lächeln.

Auf Twitter lobten die Nutzer Hendricks dafür, das Interview durchgehalten zu haben:

"Wenn man die Grünen wählt, werden sie schwarz"

Für die Grünen hatte Moderator Oliver Welke auch noch einen fiesen Spruch übrig. Wenn man die Grünen wähle, würden sie schwarz werden, sagte Welke und spielte auf die Politik mancher Parteimitglieder an, die einen wertkonservativen Anstrich besitzt.

Auf Twitter stieß diese Aussage auf viel Zustimmung:

Falls ihr die Sendung verpasst habt, könnt ihr sie in der Mediathek des ZDF noch einmal ansehen.

(lp)