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Alte Briefe über die Titanic: Ahnte ein Offizier schon Tage vorher das Unglück?

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TITANIC
Im Zuge einer Auktion wurden Briefe des 2. Offiziers auf der Titanic versteigert. | Twitter
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Henry Wilde war der zweite Offizier auf der Titanic. Schon Tage vor dem Untergang, bei dem über 1500 Besatzungsmitglieder und Passagiere ihr Leben verloren, hatte er ein "mulmiges Gefühl". Das offenbaren private Briefe Wildes, die jetzt versteigert wurden.

Wilde, der Kapitän Edward Smith auf dem Luxusliner assistierte, war schon einmal in eine Kollision verwickelt: auf der Olympic, dem Schwester-Schiff der Titanic. Die Olympic krachte im September 1911 mit einem britischen Kreuzer zusammen. Diese Erfahrung machte ihn zu einem wichtigen Mitarbeiter der Reederei White Star Line, unter dessen Flagge die Titanic in See stach.

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Fünf Tage vor der verhängnisvollen Kollision mit dem Eisberg, die sich in der Nacht auf den 15. April 1912 ereignete, wurde er auf das bis dato größte Schiff der Welt geschickt: die RMS Titanic. Er trat seinen Dienst am 9. April um 6 Uhr morgens an. Gern tat er es nicht, wie er in den Aufzeichnungen schildert.

"Ich muss auf die Titanic"

Der Offizier hatte auf eine Versetzung gehofft und wollte gerne auf der Cymric, einem anderen Passagierschiff, anheuern. "Ich bin schrecklich enttäuscht, dass die Übernahme nicht geklappt hat. Ich muss nun auf die Titanic, bis sich eine andere Möglichkeit auftut", drückt er seine Enttäuschung in einem Brief aus.

Tage vor dem Unglück schrieb Wilde einen Brief an seine Schwester. "Ich mag dieses Schiff immer noch nicht ... Ich habe ein mulmiges Gefühl bei ihm", schrieb der Offizier. Er sollte recht behalten. Wilde überlebte die Kollision nicht.


"Zweifelsfrei einer der besten Briefe"

Das britische Auktionshaus Henry Ladridge & Son versteigerte die schriftlichen Überbleibsel Wildes am vergangenen Freitag, nachdem unter anderem der Brief an die Schwester Teile einer Ausstellung waren. Der Auktionator Andrew Aldridge sagte der britischen Tageszeitung "The Telegraph": "Es handelt sich hierbei zweifelsfrei um einen der best erhaltenen Briefe von der Titanic. (...) Die Sammlung offenbart bisher unbekannte Details und zeigt Wildes offensichtliche Enttäuschung über seine Versetzung auf die Titanic."

In der Auktion wurden auch andere Stücke verkauft, die einen Bezug zur Titanic haben. Unter anderem Zeitungsartikel vom 15. April 1912, die die schwere Schiffskatastrophe thematisieren.

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(lp)