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"Ostfriesisch für Anfänger"-Premiere: So steht Dieter Hallervorden zu Nacktszenen

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Dieter Hallervorden bei der Weltpremiere von

In seinem neuen Film "Ostfriesisch für Anfänger", der am heutigen Donnerstag in die Kinos kommt, spielt Dieter Hallervorden (81, "Honig im Kopf") einen ostfriesischen Eigenbrötler, der einer Gruppe ausländischer Fachkräfte Deutsch beibringen soll. Während seine Figur Uwe Hinrichs mit der modernen Welt so gar nichts am Hut hat, ist Hallervorden selbst sogar fleißig in den sozialen Netzwerken unterwegs. Was ihn daran jedoch stört, hat er der Nachrichtenagentur spot on news verraten. Außerdem spricht er über seine berufliche Zukunft und erklärt, wieso Nacktszenen für ihn kein Problem sind.

Herr Hallervorden, was hat Sie an der Figur Uwe Hinrichs am meisten gereizt?

Den Trailer zu "Ostfriesisch für Anfänger" mit Dieter Hallervorden sehen Sie bei Clipfish

Dieter Hallervorden: Der Aspekt, dass jemand in hohem Alter noch einmal bereit ist, umzudenken, dazuzulernen und als sicher geglaubte Erkenntnisse in Frage zu stellen.

Wie viel Dieter Hallervorden steckt in dem Film?

Hallervorden: Ich habe Uwe Hinrichs in weiten Teilen so gestaltet, wie ich ihn schon beim Lesen des Drehbuchs vor mir gesehen habe. Die Art, wie er sich kleidet, wie er schlurft, ja sogar die Maske inklusive "Haarpracht" entspringen meiner Fantasie.

Im Film sieht man Sie auch einmal ganz nackt. Wie war das für Sie?

Hallervorden: Überhaupt kein Problem! Ich liebe meinen Körper so, wie er ist, denn er befindet sich leistungsmäßig in Topform.

Ihre Figur hat mit Globalisierung und der modernen Welt nichts am Hut. Wie schaut das privat aus?

Hallervorden: Ich betreibe zwar Facebook und füttere alle drei Tage Instagram. Trotzdem stört mich, dass alle glauben, man müsste stets und ständig erreichbar sein und zu jedem Mist seinen Kommentar absondern. Man verbringt zu viel Zeit mit Computern und es wird einem vielleicht zu spät bewusst, was man in dieser Zeit Nützlicheres hätte vollbringen können.

Sie waren in letzter Zeit oft durch ihre Satire-Lieder im Gespräch. Das wurde ja zum Teil heftig kritisiert...

Hallervorden: Ich habe mich als Satiriker nie bemüht, allen zu gefallen. Das wäre im satirischen Bereich ja auch ein Widerspruch in sich. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, gegen den Strom zu schwimmen. Und das wird auch in Zukunft so bleiben!

Also wird es weitere Lieder geben?

Hallervorden: Klar, habe ich schon etwas Neues auf der Pfanne. Das muss aber noch ein bisschen brutzeln, bis es fertig ist.

Was hält denn eigentlich Ihre Lebensgefährtin, Christiane Zander, von Ihrem ewigen "Tätigkeitsdrang"?

Hallervorden: Die Frage habe ich sofort an Christiane weitergegeben. Hier ihre Antwort: "Ich lebe selbst gern aktiv und bin sehr froh und glücklich, dass wir diese Lebenseinstellung genussvoll teilen. Ich bin voller Bewunderung für seine Aktivität und Vitalität. Teilweise reißt mich sein Durchhaltevermögen sogar noch mit. Es ist schön zu erleben, dass das Geburtsdatum nicht unbedingt etwas übers Alter aussagen muss. Zur gelegentlichen Entspannung muss ich diesen Mann überreden, aber das können wir dann auch gemeinsam genießen."

Denken Sie mittlerweile auch mal ans Aufhören?

Hallervorden: Solange mich die Beine ohne fremde Hilfe auf die Bühne tragen, der Kopf noch ohne Gedächtnislücken mitmacht und Leute kommen, die mich sehen wollen, werde ich gerne auf die Bühne klettern. Mein Wunschprojekt wäre zudem noch, den Matthias Clausen in Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" fürs Kino spielen zu dürfen.

Und was würden Sie privat gerne unbedingt noch erleben?

Hallervorden: Ich bereite mich seelisch auf meinen ersten Fallschirmsprung vor und hoffe, dass mich nicht im letzten Moment der Mumm verlässt.