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Brutale Entgleisung: CDU-Politiker will Flüchtling "ins Krematorium" stecken

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SCHLECHTE
jörgschlechte/facebook
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  • Ein CDU-Politiker aus Sachsen sorgte mit einem menschenverachtenden Facebook-Post für einen Eklat
  • Jörg Schlechte empfahl einem Asylbewerber ein Krematorium in Meißen
  • "Dem Manne muss geholfen werden", schrieb Schlechte

Ein CDU-Stadtrat aus Meißen sorgte am Donnerstag mit einem geschmacklosen Facebookpost für Aufregung.

In dem Post bezog sich Jörg Schlechte auf einen Asylbewerber, der nach einer Urteilsverkündung am Landgericht Essen einen Richter angegriffen hatte. Der aus Eritrea stammende Mann hatte den Richter mit einem Papierkorb verletzt.

Stadtrat Schlechte empfiehlt Asylbewerber örtliches Krematorium

"Dem Manne kann geholfen werden...", schrieb Schlechte und hing an den Post einen Link zu einem örtlichen Krematorium an.

Schon wenige Stunden später entschärfte der CDU-Stadtrat den Post. Er änderte den Text in "Dem Mann muss geholfen werden..." und löschte die Verlinkung.

Am Donnerstagabend war die Facebook-Seite "Meißen Watch" auf den menschenverachtenden Post aufmerksam geworden. Die Betreiber der Seite schalteten schnell und waren in der Lage, beide Posts mit einem Screenshot zu dokumentieren.

Inzwischen sind beide Posts des Stadtrats gelöscht.

Der Pressesprecher des Meißener Stadtrats sagte auf Nachfrage der Huffington Post: "Es ist nicht das erste Mal, dass Herr Schlechte durch solche Facebook-Posts auffällt. Ob es für ihn Konsequenzen gibt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar".

"Es gibt nun mal das Recht auf Meinungsfreiheit", sagte Pressesprecher Philipp Maurer. Weiter wollte er den Vorfall nicht kommentieren.

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Die CDU-Fraktion des Landkreises Meißen war zunächst für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen.

Dem MDR Sachsen erklärte Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer: "Der Angriff auf einen Richter muss und wird harte Konsequenzen haben. Der Facebook-Kommentar ist dumm und eine unsachliche Provokation, die in keiner Weise angemessen ist. Das hat die örtliche CDU dem Betroffenen klargemacht, der daraufhin den Kommentar gelöscht hat."

Schon früher war Jörg Schlechte durch fragwürdige Äußerung aufgefallen. Laut MDR bezeichnete er Teilnehmer einer Pro-Flüchtlings-Demonstration in Meißen als "Dreckszecken“ und "heimatlose Brüllaffen“.

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(vr)