Bill Gates warnt vor zunehmendem Nationalismus in westlichen Staaten

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BILL GATES
Bill Gates warnt vor zunehmendem Nationalismus in westlichen Staaten | dpa
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  • In einem eindringlichen Appell warnt Bill Gates vor einer zunehmenden Abschottung westlicher Staaten
  • Der Microsoft-Gründer sieht die internationale Zusammenarbeit durch "diese erstaunliche Stimmung“ bedroht
  • Damit spielt Gates auf wachsenden Nationalismus in Europa und den USA an

Es sind Worte, die vielen Staatschefs zu denken geben dürften.

Bill Gates, Microsoft-Gründer und einer der reichsten Männer der Welt, hat die westlichen Demokratien vor einem wachsendem Nationalismus der Bevölkerung gewarnt.

"Internationales Engagement und die Bereitschaft, Probleme gemeinschaftlich zu lösen, sind keine Selbstverständlichkeit, die der Wähler immer unterstützen wird", sagte Gates im Gespräch mit dem europäischen Zeitungsnetzwerk Lena (Leading European Newspaper Alliance), dem auch die "Welt" angehört.

"Sind die Menschen vor allem gegen Einwanderung?"

Es scheine so, dass einige der Bedenken gegen internationale Zusammenarbeit, die man derzeit in vielen Ländern wie in den USA beobachte, mehr mit inneren Veränderungen zu tun hätten, mahnte Gates.

"Es ist unheimlich wichtig, zu verstehen, woher der Wunsch kommt, sich zurückzuziehen", sagte Gates. "Sind die Menschen vor allem gegen Einwanderung, oder sind sie gegen Entwicklungshilfe, oder sind sie gegen den Freihandel? Demokratie ist ein System, das sich selbst regulieren sollte. Wir müssen uns verbreitete Sorgen anhören und herausfinden, welche Aspekte davon legitim sind", sagte Gates.

"Die Probleme bleiben nicht in Afrika"

Angesprochen auf die Politik von Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel, die zuletzt das Wohl Afrikas zum deutschen Interesse erklärt hatte, sagte Gates: "Die Flüchtlingskrise macht deutlich, dass es uns alle betrifft, wenn Menschen in harten Umständen leben."

Es sei furchtbar mit anzusehen und schaffe riesige Probleme, mahnte der Microsoft-Gründer. "Wir sind weder vor Armut noch vor ansteckenden Krankheiten in fernen Ländern sicher. Die Probleme bleiben nicht dort."

"Die Situation ist nicht einfach für Merkel"

Immer wieder hatte Gates zuletzt gefordert, dass sich die westliche Staatengemeinschaft angesichts globaler Probleme wie der Flüchtlingskrise mehr engagiert. "Wenn die Menschen in Afrika ihre Felder nicht mehr ausreichend bestellen können, müssen sie Flüchtlinge werden - und das wären dann so viele, dass selbst das jetzige Problem dagegen klein erscheinen würde", sagte Gates im Februar.

Damals lobte Gates Merkels Lösungen für die deutsche Flüchtlingspolitik. "Allgemein wurde ihre Aussage, dass sie helfen will, sehr positiv angesehen", sagte Gates. Die Situation sei nicht einfach für Merkel. "Sicherzustellen, dass die Flüchtlinge gut behandelt werden, und die Gesellschaft nicht zerrissen wird - das ist ein komplizierter Balance-Akt."

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