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"Köterrasse": Türkischer Elternverbands-Funktionär hetzte gegen Deutsche - und sprach eine Drohung aus

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MOSCHEE
Türkischer Elternverbands-Funktionär hetzt gegen Deutsche (Symbolbild). | dpa
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  • Funktionär des Türkischen Elternbunds in Hamburg hetzte gegen Deutsche
  • Deutsche seien eine "Köterrasse"
  • Der Funktionär hat sich mittlerweile entschuldigt. Die Türkische Gemeinde ist dennoch entsetzt

Ein Funktionär des Türkischen Elternbunds in Hamburg hat laut einem Bericht des "NDR" auf Facebook massiv gegen Deutschland und die deutsche Bevölkerung gehetzt. Malik Karabulut, der bis 2014 sogar dessen Vorsitzender war, hat dem Sender zufolge bei Facebook geschrieben: "Diese Schlampe mit dem Namen Deutschland hat uns den Krieg erklärt – und wir schweigen immer noch." Außerdem soll er in seinem Eintrag die Deutschen als "Köterrasse" bezeichnet haben.

Massive Drohung

Doch damit nicht genug. Er soll den Deutschen zudem gedroht haben: "Ab jetzt könnt ihr was erleben." Karabulut ist dem "Hamburger Abendblatt" zufolge Mitglied des Aufsichtsrats des Vereins.

„Hamburger Abendblatt“ und "NDR" berichten, die Äußerungen in dem sozialen Netzwerk seien „ offenbar eine Reaktion auf die Armenienresolution des Deutschen Bundestages“.

Das deutsche Parlament hatte im Sommer eine Resolution Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten während des Ersten Weltkriegs im Osmanischen Reich, dem Vorgängerstaat der heutigen Türkei, verabschiedet.

Karin Prien, stellvertretende Hamburger CDU-Fraktionschefin, zeigte sich empört über die Aussagen. Es sei nicht hinnehmbar, "dass ein Vertreter eines Integrationspartners der Stadt Hamburg sich so über uns, über uns Deutsche und Hamburger äußert", sagte sie.

Karabulut äußerte sich zunächst nicht

Der Türkische Elternbund Hamburg ist offizieller Mitgliedsverband der Türkischen Gemeinde. Der Türkische Elternbund Hamburg schreibt auf seiner Internetseite, der Verein "setzt sich entschieden gegen jede Diskriminierung nach Rasse, Sprache, Religion oder Geschlecht ein".

Der NDR hat Karabulut nach eigenen Angaben mehrfach vergeblich um eine Stellungnahme gebeten. Auf der Seite des Türkischen Elternbunds Hamburgs ist als Telefonnummer die der Türkischen Gemeinde Hamburg angegeben.

Karabulut war auf Anfrage der Huffington Post dort zwar am Donnnerstagvormittag nicht zu erreichen. Die Türkische Gemeinde zeigte sich jedoch entsetzt von dessen Facebook-Posts. Man verurteile die Äußerungen des ehemaligen Vorsitzenden des Türkischen Elternbundes aufs Schärfste. "Wir distanzieren uns von jeglichen menschenverachtenden Äußerungen.“

In einer Pressemitteilung betont der Verband, dass die Türkische Gemeinde Hamburg 27 Mitgliedsverbände habe. Jeder von ihnen habe eine eigne Satzung und agiere autonom.

Die Gemeinde-Führung, die nach eigenen Angaben erst aus den Medien von Karabuluts Äußerungen erfuhr, verlangt jetzt eine Entschuldigung des Funktionärs.

Update, Donnerstagabend:

Karabulut hat sich mittlerweile gegenüber der Huffington Post geäußert. Er bestreitet zwar nicht, Urheber der deutschfeindlichen Facebook-Posts zu sein. Er entschuldigte sich jedoch für die Äußerungen, spricht von einer „Überreaktion“.

Karabulut, der bis 2014 Vorsitzender des Türkischen Elternbunds war, teilte mit, als „Privatperson“ gehandelt zu haben. Er betonte, dass er die nach der Armenien-Resoultion des Bundestags getätigten Facebook-Posts bereits vor drei Monaten gelöscht habe.

Er habe gesehen, dass er zum damaligen Zeitpunkt viel zu emotional reagiert habe und somit eine "Wortwahl in einer inakzeptabler Art und Weise" ausgewählt habe. Karabulut begründete seine Reaktion damit, dass laut seinem Großvater Vorfahren von ihm bei den damaligen „Tragödien" ums Leben gekommen seien.

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