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"King of Queens"-Star Patton Oswalt enthüllt tragische Details über den plötzlichen Tod seiner Frau

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PATTON OSWALT
"King of Queens"-Star Patton Oswalt enthüllt traurige Details über den plötzlichen Tod seiner Frau | ASSOCIATED PRESS
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Er wacht am Morgen früh auf, weckt seine Tochter, hilft ihr beim Anziehen, fährt sie zur Schule. Auf der Rückfahrt holt er seiner Frau eine Tasse ihres Lieblingskaffees. Er sagte ihr am Abend zuvor noch, sie solle sich endlich mal ausschlafen.

So normal lief die erste Hälfte des Tages ab, an dem Patton Oswalts Leben völlig aus den Fugen geraten sollte. Es war der 21. April 2016. Der Tag, an dem der "King of Queens“-Star seine geliebte Frau Michelle McNamara verlor.

Der US-amerikanischen Zeitung "New York Times“ berichtete der Komiker und Schauspieler erstmals über diesen schwarzen Tag – mit allen schmerzhaften Details.

Die 46-jährige Krimiautorin McNamara saß gerade an ihrem neuesten Roman über den sogenannten Golden State-Mörder, der in den 1970er- und 1980-Jahren unzählige Opfer vergewaltigt und ermordet hatte.

Sie soll laut ihrem Ehemann Tag und Nacht daran gearbeitet haben. Deshalb hatte er ihr an diesem Tag geraten, sich auszuruhen.

"Ich schrie und übergab mich"

Um 9:40 Uhr morgens blickte er noch einmal kurz ins Schlafzimmer und hörte McNamara dabei leicht schnarchen. Er beschloss, sie nicht aufzuwecken und sich an die Arbeit zu machen.

Er beantwortete E-Mails, gab zwei Telefoninterviews und las in der Zeitung über den Tod des Sängers Prince. Nichtahnend, dass seine eigene Frau zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon tot im Bett lag.

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Als Michelle McNamara um 12:42 Uhr noch immer nicht aus dem Bett kam, beschloss er, nach ihr zu sehen. Sie atmete nicht mehr. Er rief den Notarzt, der konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Auch heute, sechs Monate später, ist nicht klar, woran die Frau gestorben ist. Oswalt mutmaßt, sie könnte das Medikament Xanax, das zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt wird, unabsichtlich überdosiert haben.

"Das hat der Notarzt gesagt, während ich nur schrie und mich übergab“. Dieser scheinbar absolute Tiefpunkt seines Lebens war dennoch nicht der schlimmste Tag seines Lebens: "Der schlimmste war der, an dem ich es meiner 7-jährigen Tochter sagen musste“.

Seine Tochter fand einen eigenen Weg, diese Nachricht zu verdauen. Wenige Tage nach dem Tod der Mutter verglich sie den Zustand, in dem die Familie hing, mit dem Pixar-Film "Alles steht Kopf“. Darin übernehmen unterschiedliche Emotionen in Form von liebenswerten Figuren die Kontrolle über das Gehirn eines Mädchens. Sie sagte: "Trauer kontrolliert uns gerade“.

"Ich musste auf die harte Tour herausfinden, dass Alkohol wirklich nicht hilft“

Und im Falle von Patton Oswalt stimmt das bis heute. Der Komiker kommt nur schwer aus dem schwarzen Nebel, der sich seit dem Tod seiner Frau um ihn herum gebildet hat.

Er verstünde erst jetzt, wie schlimm der Tod eines Familienmitglieds wirklich sei und kritisiert, wie damit in Comic-Büchern, Filmen oder Serien umgegangen wird.

"Wenn Bruce Wayne wirklich mit neun Jahren zugesehen hätte, wie seine Eltern ermordet werden, wäre er nie Batman geworden“. Und weiter: "Wenn jemand stirbt, wird man dick und wütend, man geht nicht ins Fitnessstudio“.

Er habe sogar versucht, seinen Schmerz in Alkohol zu ertränken: "Ich musste auf die harte Tour herausfinden, dass Alkohol wirklich nicht hilft“.

Oswalt berichtet, wie er sich aus der Trauer nicht mehr befreien kann: "Trauer greift dein Leben an“, und weiter, „Sie ist hinterhältig. Sie steht da und sagt: In dem Moment, in dem du etwas versuchst zu tun, warte ich schon auf dich“.

Oswalt will den Roman seiner Frau zu Ende schreiben

Nur seine Auftritte als Stand Up-Comedian helfen ihm dabei, seinen Schmerz für einige Zeit besser zu machen.

Gemeinsam mit seiner Tochter hat er auch eine eigene Methode entwickelt, um den Tod besser zu verarbeiten: Jeden Abend setzen die beiden sich gemeinsam hin und schreiben drei Erinnerungen an ihre geliebte Mutter und Frau nieder.

Den Roman, an dem seine Frau kurz vor ihrem Tod so hart arbeitete, will er nun selbst zu Ende schreiben. Sie wollte das Rätsel um den nie gefassten Serienmörder lösen. "Sie wollte, dass er endlich seine gerechte Strafe bekommt. Und sie war ihm auf der Spur“.

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(pb)