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Bosbach redet bei Lanz Klartext zu einer weiteren Kandidatur von Merkel

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BOSBACH
Wolfgang Bosbach bei "Markus Lanz" | Screenshot ZDF
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Einer der beliebtesten Politiker Deutschland geht: CDU-Mann Wolfgang Bosbach zieht sich nach 23 Jahren aus der Politik. Bei "Markus Lanz" blickte er auf die vielen Jahre zurück - und verriet einiges zu seiner Zukunft.

Lanz fragte ihn, ob er bereits die eine oder andere Anfrage aus der Privatwirtschaft habe. "Zur Bahn oder zu Gazprom?", schlägt der Moderator vor. Er spielt damit auf die Politiker Ronald Pofalla und Gerhard Schröder an. Der Erste wechselte nach seinem Politik-Ende zur Deutschen Bahn, der Zweite zum russischen Energie-Konzern Gazprom.

Es gebe Anfragen, bestätigte Bosbach. "Ich sortiere noch", sagte er. Moderator Lanz hakte nach: "Edeka vielleicht?" Die Wissenden im Publikum verstehen den Scherz: Bosbach war vor seiner Karriere als Politiker Filialleiter eines Supermarktes.

Bosbach will nicht "bei Gazprom Rohre verlegen"

Als solcher weiß er: "Das Chaos ist gewollt." Der Kunde soll durch den ganzen Markt laufen, bis er das gesuchte Produkt findet.

Und "am Ende lauern die Süßigkeiten - wie in der Politik, sagte Lanz, um das Thema wieder auf einen möglichen Wechsel in die Privatwirtschaft zu bringen.

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"Welche Branche?", bohrt Lanz nach. "Ich werde es Ihnen als Erstes sagen", verspricht Bosbach. "Gerne! Jetzt! Jetzt!", fordert der Moderator. Doch Bosbach sagt nur: "Wenn Sie mich beim Rohre Verlegen bei Gazprom vermuten, liegen Sie daneben."

Bosbach spricht über seine größte politische Niederlage

Bosbach spricht auch über seine größte politische Niederlage. Angela Merkel hatte in bereits gefragt, ob er Innenminister werden wolle. Er habe damals fest damit gerechnet, dass er entweder Minister des Inneren oder CDU-Fraktionsvorsitzender werden würde.

Doch Merkel verhinderte dies - Bosbach galt als zu eigensinnig: "Leider hat beides nicht geklappt." Mit der Kanzlerin habe er eine "freimütige Aussprache" gehabt.

Er müsse es "akzeptieren, wenn meine Parteivorsitzende einer Personalentscheidung trifft", sagt er über Merkels Entscheidung.

"Ich habe nicht das Talent, gegen meine Überzeugung abzustimmen"

Im Nachhinein ist er sogar froh, dass er nie Minister wurde. "Ich weiß, mit meiner Haltung hätte ich das Kabinett verlassen müssen." Er hätte als Minister zum Beispiel niemals den Griechenland-Rettungspaketen zustimmen können. "Ich habe nicht das Talent, gegen meine Überzeugung abzustimmen."

Auch zu einer möglichen weiteren Kanzlerkandidatur Merkels äußert sich Bosbach. In einem Einspieler wird CSU-Chef Horst Seehofer zitiert, der sich nicht auf eine Unterstützung der Kanzlerin festlegen will. "Wir machen das in der richtigen Reihenfolge, erst die Inhalte, dann die Personalie", sagt der CSU-Chef.

Doch Bosbach rechnet fest mit einer weiteren Kandidatur der Kanzlerin. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Merkel zur Bundestagswahl 2017 antreten wird und die Unterstützung der CSU haben wird."

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(lk)