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Jetzt spricht der niedergestochene Horror-Clown: "Ich habe es übertrieben"

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HORROWCLOWN
Ein 16-jähriger Horror-Clown aus Berlin wird niedergestochen und überlebt nur knapp | dpa
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Hassan, 16, aus Berlin wollte einer Gruppe Jugendlicher am Montagabend den Schrecken ihres Lebens versetzen. Doch sein Plan ging nach hinten los. Denn er hatte nicht mit der Gegenwehr der Jugendlichen gerechnet.

Hassan wurde selbst zum Opfer und mit einem Messer schwer verletzt. "Das war mit eine Lektion", sagte der vermeintliche Horror-Clown nun der Bild-Zeitung. "Ich habe es übertrieben."

Vom Krankenbett aus erzählt Hassan im Detail, was sich in der Nacht abspielte: Mit einer Gesichtsmaske und bewaffnet mit einem Hammer hatte der 16-Jährige in einem Park in Berlin-Lichterfelde auf seine Opfer gewartet, ehe er sein Vorhaben in die Tat umsetzen wollte. "Ich wollte einen Scherz machen und sie erschrecken", sagt der 16-Jährige.

Minutenlange Jagd im Park

Um noch bedrohlicher auf die Jugendlichen zu wirken, habe er sich dafür "extra auf einen Hügel gestellt", ehe er seine Opfer anschließend minutenlang durch den Park verfolgte.

Mit der unerwartet heftigen Gegenwehr der Jugendlichen hatte Hassan - der nach eigener Aussage keine Clowns-, sondern eine Vampir-Maske trug - allerdings nicht gerechnet.

Opfer und Täter kennen sich

Ein in Panik geratener 14-Jähriger zückte plötzlich ein Taschenmesser und stach zu. "Erst dachte ich, er hätte mich nur geboxt. Dann sah ich, dass ein Messer in meiner Brust steckt", sagt Hassan.

Doch statt den verletzten Horror-Clown einfach liegen zu lassen und zu flüchten, leistete der 14-jährige Mahmoud unerwartet Erste Hilfe. Denn nach der Tat stellte sich heraus, dass sich der Messerstecher und der vermeintliche Clown aus der Nachbarschaft kannten.

Für Mahmoud ein richtiger Schockmoment, als er realisierte, wen er gerade niedergestochen hatte. Der 14-Jährige brach in Tränen aus. Er blieb aber an der Seite von Hassan, obwohl dieser ihm kurz zuvor den Schrecken seines Leben versetzt hatte.

16-Jähriger schwebte in Lebensgefahr

Bis der Krankenwagen eintraf, kümmerte sich Mahmoud um seinen zwei Jahre älteren Kumpel, der kurze Zeit später im Krankenhaus notoperiert werden musste - und den Messerangriff überlebte.

Obwohl er beinahe gestorben wäre, ist Hassan seinem Freund Mahmoud nicht böse. Er zeigt sogar Verständnis für den 14-Jährigen und sucht die Schuld vielmehr bei sich selbst: "Ich habe es übertrieben, das war mir eine Lektion."

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