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Das ist die Wahrheit über Muslime und Halal-Fleisch, die viele nicht hören wollen

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HALAL SUPERMARKET
Halal-Fleisch stößt immer wieder auf Abneigung. Nicht nur unter Tierschützern. | Alessandro Bianchi / Reuters
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Muslimen sei das Wohl der Tiere wohl völlig egal, behaupten Skeptiker gerne. Immerhin würden sie Halal-Fleisch essen und damit zulassen, dass Tiere auf grausamste Art und Weise getötet werden. Sogar ausbluten bei vollem Bewusstsein sollen sie bei dieser Methode, ist die häufigste Kritik, mit denen sich Muslime oftmals konfrontiert sehen. Die Tiere sollen im Vorfeld nicht betäubt werden.

Hier kommt eine wichtige Nachricht für alle Menschen, die Muslime aufgrund ihrer Schlachtmethode verurteilen: Muslime haben trotz oder gerade wegen "halal" ein großes Verständnis für Tiere. Das ermittelte jetzt die Universität im englischen Bristol mit einer sehr deutlichen Umfrage.

In der Studie fand die Universität heraus - Überraschung - dass nicht jeder Muslim auf bestialische Weise zu seinem Abendessen kommen möchte. Sie ermittelten die Meinung islamischer Gelehrte und normaler Gläubige zum Umgang mit Tieren. Die Ergebnisse der Studie waren "sehr ermutigend", erzählte einer der Forscher der britischen Zeitung "Independent".

Rund 95 Prozent der befragten Gelehrten hätten laut "Independent" nichts gegen eine Betäubung der Tiere - solange gewährleistet werden kann, dass das Tier lebendig ausblutet. Um Fleisch "halal" zu bekommen, ist es zwingend erforderlich, dass das Tier bei lebendigem Leibe ausblutet. Ob es dabei betäubt werden sollte oder nicht, ist umstritten. Allerdings gehöre auch dazu, dass das zu schlachtende Tier mitfühlend behandelt wird. Vor und während der Schlachtung.

Halal-Fleisch in der Kritik

Unter dem Begriff "halal" werden alle Produkte zusammengefasst, die für Muslime erlaubt sind. Halal-Fleisch zeichnet sich durch eine besondere Art der Schlachtung aus: Das Schächten. Bei dieser Methode werden die Tiere durch einen Schnitt in der Kehle getötet und bluten anschließend aus.

So soll sichergestellt werden, dass Muslime kein Blut verzehren - was laut dem Koran verboten ist. Auch gläubige Juden schächten ihre Tiere - im Judentum wird dann von "koscherem" Fleisch gesprochen.

Besonders grausam finden viele an der Schlachtung: In den meisten Fällen soll das Vieh nicht betäubt werden. Es ist bei Gläubigen umstritten, ob das Fleisch weiterhin als "halal" oder "koscher" gelten darf, wenn das Tier im Vorfeld betäubt wurde. In bestimmten Ausnahmefällen kann geschächtetes Fleisch aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden. Unter strengen Auflagen ist das Schächten auch in Deutschland möglich, sofern es von sachkundigen Veterinären überwacht wird.

Hetze gegen Muslime

Diese Schlachtmethode bringt nicht nur Tierschützer auf die Barrikaden. Auch Rechtsradikale nutzen diese Tatsache immer wieder, um Hetze gegen den Islam zu betreiben. Wie im März 2016, als das Gerücht aufkam, die Supermarktkette Edeka würde Halal-Fleisch verkaufen. Etliche Flüchtlingsgegner nutzten die unbestätigte Neuigkeit dazu, um im Netz Sätze wie "Diese kranke Sekte muss ausgerottet werden" loszuwerden.

Dabei zeigt die Studie nun, dass eine überwältigende Mehrheit der muslimischen Gelehrten überhaupt nichts gegen Betäubung hat.

Nicht alle Gläubigen in denselben Topf schmeißen

Ein Akademiker ist sich sicher: Wäre diese Studie an Nicht-Muslimen durchgeführt worden, wäre das Ergebnis dasselbe gewesen.

Vor allem kritisierten die Verfasser der Studie, dass viele Zeitungsartikel auf gefährlichem Halbwissen aufbauen würden, was die Einstellung der Muslime betrifft. Die Zeitung "The Times" etwa prangerte in einem Artikel an: "Tiere sterben qualvoll, weil Muslime im Bezug auf Betäubungen ignorant sind." Und schmeißt damit alle Gläubigen in denselben Topf.

"Ich denke nicht, dass es fair ist, sie als Idioten darzustellen, nur weil sie es nicht besser wissen", erklärt ein Akademiker.

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(vr)