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Trump-Anhänger benutzen jetzt ein deutsches Wort: Lügenpresse

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DONALD TRUMP FAN
Supporters cheer as Republican Presidential nominee Donald Trump speaks during a campaign rally for Republican Presidential Donald Trump in Cincinnati, Ohio, U.S., October 13, 2016. REUTERS/Bryan Woolston | Bryan Woolston / Reuters
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  • Trump-Anhänger bezeichneten Journalisten auf einer Veranstaltung am Samstag als "Lügenpresse"
  • Der Ausdruck kursiert schon seit Längerem unter Amerikas Rechtskonservativen
  • Verantwortlich ist dafür auch Pegida

"Journalisten sind die niedrigste Form des menschlichen Lebens", sagte Donald Trump schon auf einer Vorwahlkampfsveranstaltung. Wenig verwunderlich, dass auch seine Anhänger auf den Zug der gekauften, verlogenen Presse aufspringen. Und wie die Amis es gerne tun, benutzen sie dafür ein deutsches Wort: Lügenpresse.

Eine Reporterin des US-Onlinemagazins Buzzfeed berichtete jetzt von einem Vorfall auf einem Wahlkampf-Event in Cleveland im Bundestat Ohio am Samstagabend.

Anwesende Journalisten wurden von Trump-Fans als "Lügenpresse" beschimpft

Trump-Fans bezeichneten die anwesenden Journalisten als "Lügenpresse". Laut Buzzfeed-Reporterin Rosie Gray kam ein Mann nach der Veranstaltung auf die wartenden Journalisten zu. Er beschimpfte die Medien-Vertreter, mit Clinton unter einer Decke zu stecken und von ihr bezahlt zu werden.

Danach sei ein weiterer Trump-Fan gekommen und habe das Wort "Lügenpresse" gerufen. Er habe eine "Make America Great Again"-Kappe getragen.

Rosie Gray hat den Vorfall auch auf Video festgehalten. Sie schreibt dazu: "Freundliche Interaktion außerhalb des Pressebereichs. 'Lugenpresse'".

Der Nazi-Terminus wird von Amerikas Rechtskonservativen aber schon seit Längerem für die liberale Presse benutzt. Laut Richard Spencer, einem führenden Kopf der US-amerikanischen Alt-Right Bewegung, ist der Ausdruck dort schon seit mindestens einem Jahr im Umlauf. Alt-Right unterstützt Trump im Wahlkampf.

Alt-Right ist eine rechtskonservative Bewegung, deren Anhänger hauptsächlich männliche Weiße sind. Die Bewegung ist ideologisch schwer zu vereinheitlichen und noch sehr jung. Anhänger äußern sich immer wieder homophob, frauen- und fremdenfeindlich.

Lutz Bachmann sprach im Breitbart über "Lügenpresse"

Die Bewegung organisiert sich über Foren im Internet. Besonders über das rechtskonservative News-Portal Breitbart News. Dort erschien im August auch ein Manifest über die Alt-Right Bewegung.

Das Online-Portal ist wohl auch ein Grund, warum sich "Lügenpresse", das Unwort des Jahres 2014, in der Alt-Right Bewegung so durchgesetzt hat. Im April führte ein englischer Autor von Breitbart News ein Interview mit Pegida-Gründer Lutz Bachmann.

Der Journalist betonte, wie selten die Situation sei, weil Bachchann üblicherweise nicht mit der Presse spreche. Denn Pegida bezeichnet die Medien als "Lügenpresse", die nicht korrekt über Pegida berichten würden.

Pegida hätte den Ausdruck so populär gemacht, dass er zu einer Säule von nationalistischer und populistischer Bewegungen auf dem ganzen Kontinent geworden ist, schreibt der Breitbart-Autor.

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