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Anti-Terror-Razzien: Polizei durchsucht zwölf Wohnungen in ganz Deutschland

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Anti-Terror-Razzien: Polizei durchsucht zwölf Wohnungen in Deutschland | Hannibal Hanschke / Reuters
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In mehreren Bundesländern laufen seit Dienstagmorgen Anti-Terror-Einsätze der Polizei. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Erfurt (LKA) wurden zeitgleich insgesamt zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern durchsucht. Es gehe unter anderem um den Verdacht der Terrorismusfinanzierung.

Junge Russen im Visier der Ermittler

Die Aktion der Polizei richtet sich nach Angaben des LKA gegen insgesamt elf Männer und drei Frauen russischer Staatsangehörigkeit mit tschetschenischer Volkszugehörigkeit zwischen 21 und 31 Jahren aus Thüringen, Hamburg und Dortmund.

Bei allen Beschuldigten handle es sich nach Polizeiangaben um Asylbewerber, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht abschließend geklärt ist. Die Verdächtigen sollen beabsichtigt haben, sich dem bewaffneten Kampf der Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien anzuschließen.

Auslöser der bundesweiten Polizeiaktion waren Ermittlungen gegen einen 28-jährigen Tschetschenen. Bei ihm bestehe laut Staatsanwaltschaft Gera der dringende Verdacht, "eine schwere staatsgefährdende Gewalttat" vorbereitet zu haben.

Nach Polizeiangaben hatte die Staatsanwaltschaft das LKA im Sommer 2015 mit der Überwachung des 28-Jährigen beauftragt. Dabei seien auch weitere Beschuldigte ermittelt worden. Eine konkrete Anschlagsgefahr hätten es aber nicht ergeben.

Dem Bayerischen Rundfunk (BR) gegenüber hatte der Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) zunächst bestätigt, dass die aktuellen Anti-Terror-Einsätze im Zusammenhang mit den Ereignissen in Leipzig und Jaber al-Bakr stehen. Huber zog seine Aussage jedoch kurze Zeit später wieder zurück.

Drei Verdächtige werden von der Polizei abgeführt

Nach BR-Informationen sind zwei verdächtige Personen bei der Anti-Terror-Razzia in München vorläufig festgenommen worden. Eine weitere Person wurde dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zufolge in der thüringischen Stadt Suhl in Handschellen abgeführt.

Nach Angaben der Polizeibehörden seien die Festgenommenen teils aber wieder auf freiem Fuß, oder die Befragungen dauerten noch an. "Es gibt keinen Haftbefehl", erklärt die Sprecherin des LKA Thüringen Tina Büchner. Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel dauere indes noch an.

Außerdem, so berichtet der MDR, sollen Polizeibeamte in Suhl eine Substanz zur Herstellung von Sprengstoff sichergestellt haben. Das LKA dementiert das. Zwar sei es richtig, dass ein weißes Pulver gefunden wurde, dieses sei aber ungefährlich, sagt Büchner. Um was es sich konkret handle, werde noch untersucht.

Bei den jeweiligen Einsätzen in den fünf Bundesländern sind Spezialeinsatzkommandos sowie Polizisten der Bereitschaftspolizei und verschiedener Landespolizeiinspektionen beteiligt. Die Ergebnisse der Durchsuchungen wollen die Ermittler im Laufe des Dienstags mitteilen.

Artikel wird ständig aktualisiert - Stand: 15.59 Uhr

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