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Mit dieser einfachen Methode kann das Risiko für plötzlichen Kindstod um 50 Prozent verringert werden

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BABY SCHLAF
Im Zimmer der Eltern schlafen Babys am sichersten | iStock
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Wenn es eine Angst gibt, die alle Eltern gemein haben, dann ist es wohl die Angst vor dem plötzlichen Kindstod. Diese Angst kommt vor allem daher, dass immer noch nicht abschließend geklärt ist, wie es zu den plötzlichen Todesfällen kommt.

Jetzt hat die American Academy of Pediatrics, eine Organisation Amerikanischer Kinderärzte, eine Grundsatzerklärung veröffentlicht, in der sie Eltern zum Co-Sleeping auffordert.

Mit Co-Sleeping ist gemeint, dass das Kind im selben Zimmer wie die Eltern schläft - allerdings in einem eigenen Bettchen. Mindestens in den ersten sechs Monaten, besser noch im ganzen ersten Lebensjahr sollten Kinder nach Ansicht der AAC in der Nähe ihrer Eltern schlafen.

So könne das Risiko für plötzlichen Kindstod um 50 Prozent reduziert werden.

Im Zimmer der Eltern schlafen Babys am sichersten

"Jeder sollte sein Kind im gleichen Zimmer schlafen lassen, es sei denn, er ist starker Raucher und raucht auch im Schlafzimmer. Denn Rauchen erhöht nachweislich das Risiko für plötzlichen Kindstod", sagte Nicola Schmidt, Autorin des Buchs "artgerecht - Das andere Babybuch” der Huffington Post.

Im Zimmer der Eltern schlafen Babys am sichersten, weil sie auch im Schaf die Gerüche, Geräusche und die Bewegungen wahrnehmen, die aus dem Elternbett kommen.

Diese Wahrnehmungen halten sie davon ab, in einen zu tiefen Schlaf zu fallen. Dieser ist nach Ansicht von Forschern gefährlich, weil das Nervensystem der Kleinen noch nicht vollständig ausgereift ist.

Das bedeutet, dass es ihnen schwerfällt, auf Atemaussetzer oder andere gefährliche Situationen angemessen zu reagieren.

Mehr zum Thema: Was mit Kindern passiert, die nicht alleine schlafen lernen

Familienbett ist keine Gefahr, wenn bekannte Risiken vermieden werden

"Es ist besser, wenn die Babys - so wie es in den letzten 120.000 Jahren der Menschheitsgeschichte auch war - mit anderen zusammen schlafen, damit ihr Nervensystem in der Nacht nachreifen kann und es durch die Pheromone, die Gerüche, den Atem und die Bewegungen der Eltern geschützt wird", sagt Schmidt.

Sie ist eine von vielen Experten, die nicht nur das Co-Sleeping, sondern auch das das Co-Bedding - also das gemeinsame Schlafen im Familienbett - empfehlen.

Werden alle bekannten Risikofaktoren vermieden, stellt das Schlafen im Elternbett für Babys ihrer Ansicht nach keine Gefahr dar. Auch der britische Kindstod-Forscher Peter Blair, der eine ausführliche Studie mit sehr guten und aktuellen Daten zum Thema durchgeführt hat, kommt zu diesem Ergebnis.

Zu den bekannten Risikofaktoren für plötzlichen Kindstod gehören dicke Kissen, zu weiche Matratzen oder Wasserbetten, aber auch Depressionen der Eltern, Drogen, Medikamente, postnatale Depression der Mutter, sowie extremes Übergewicht.

Was Eltern für sicheres Co-Sleeping beachten müssen, erfahrt ihr im Video:

(Text geht unter dem Video weiter.)

10 Tipps für das sichere Schlafen im Familienbett

Experten sind sich einig, dass die Vorteile des Familienbetts die Nachteile bei Weitem überwiegen.

“Ich sag immer, nehmt die Kinder mit ins Bett, ihr spart euch hinterher den Nachhilfeunterricht. Denn Kinder, die häufig und lange gestillt werden, haben nach aktueller Studienlage einen bis zu zehn Punkte höheren IQ. Wir wissen nicht genau warum, aber es ist so”, sagte Schmidt.

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Stillen reduziert das Risiko für plötzlichen Kindstod

Babys und Kleinkinder, die im Bett der Eltern schlafen dürfen, werden Untersuchungen zufolge häufiger gestillt - natürlich unter der Voraussetzung, dass die Mutter stillt.

Das liegt daran, dass Babys im Elternbett leichter aufwachen, wenn sie Hunger haben und schneller und bequemer gestillt werden können.

Und das hat weitere Vorteile: "Wir wissen, dass in Co-Sleeping-Familien, wenn die Mutter stillt, das Risiko des plötzlichen Kindstods geringer ist als in anderen Familien", sagte Schmidt.

Wem das Familienbett zu unsicher ist, sollte also zumindest in Erwägung ziehen, das Baby in den ersten Lebensmonaten im selben Zimmer schlafen zu lassen.

Mehr zum Thema: 6 Mythen über Babyschlaf

Mit dieser Methode hören Babys innerhalb von Sekunden auf zu schreien

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(vr)