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YouGov-Umfrage: Fast jeder zweite Deutsche kann sich für keinen möglichen Gauck-Nachfolger begeistern (EXKLUSIV)

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GAUCK
DANIEL ROLAND via Getty Images
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  • Sowohl die Mehrheit der jungen Deutschen bis 29 Jahre als auch der Frauen können sich für keinen möglichen Kandidaten für die Gauck-Nachfolge begeistern
  • Das geht aus einer YouGov-Umfrage hervor, die der HuffPost exklusiv vorliegt
  • Es ist eine Bankrotterklärung der Politik - wenn das so bleibt, brauchen wir das Amt nicht mehr

Wer auch immer Gaucks Nachfolger wird: Bislang hat kein möglicher Kandidat eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage hervor, die der Huffington Post exklusiv vorliegt.

Das vernichtende Ergebnis: Sowohl die Mehrheit der jungen Deutschen bis 29 Jahre als auch Frauen können sich für keinen der möglichen Kandidaten begeistern, die derzeit zur Diskussion stehen.

Das Meinungsforschungsinstitut befragte 1040 Personen, wen sie am ehesten als Bundespräsident unterstützen würden. Die Befragten konnten sich für insgesamt neun Kandidaten entscheiden, darunter Frank-Walter Steinmeier (13 Prozent), Gregor Gysi (10 Prozent), Norbert Lammert (7 Prozent), Winfried Kretschmann (4 Prozent), Wolfgang Schäuble (4 Prozent) und Margot Käßmann (4 Prozent).

46 Prozent der Befragten konnten sich für keinen der Genannten entscheiden. Noch deutlicher ist das Ergebnis in der jüngsten Altersgruppe.

„Erschreckend ist, dass der Großteil der 18-29 Jährigen keinen der insgesamt zehn in der Umfrage abgefragten Kandidaten auswählen würde“, sagt der YouGov-Chefanalyst Holger Geißler der Huffington Post. Bei der Generation ab 60 sind es hingegen nur 31 Prozent.

Massiver Unterschied bei den Geschlechtern

Alarmierend ist auch der massive Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bei den Männern können sich 64 Prozent für einen der Kandidaten entscheiden, bei den Frauen dagegen nur 45 Prozent.

„Es wird auch bei dieser Umfrage deutlich, dass jüngere Bürger und auch Frauen immer weniger Nähe zur Politik haben“, sagt Geißler. „Zentrale Akteure sind unbekannt, Präferenzen immer seltener ausgebildet.“

Die Wahl zum Bundespräsidenten ist damit bislang vor allem eine Wahl für alte Männer. Sie geht an fast jedem zweiten Deutschen vorbei. Den Parteien ist es bislang nicht gelungen, die Bevölkerung für diese Personalie zu begeistern. Vier Monate vor der Wahl ist das nicht nur eine Bankrotterklärung.

Dann lieber keinen Bundespräsidenten

Wenn das so bleibt, dann muss der Schluss lauten: Lieber keinen Bundespräsidenten!

Es geht hier um das höchste Amt im Staat. Um das einzige Verfassungsorgan, das von einer Person ausgefüllt wird. Nicht irgendeinen Bürokraten-Posten in Brüssel.

Deutschland braucht nicht nochmal einen Präsidenten wie den ideenlosen Christian Wulff, der ins Schloss Bellevue gesetzt wurde, weil es aus polit-taktischen Gründen eben gerade passte.

Im Bundespräsidenten muss sich die Mehrheit der Deutschen wiederfinden

Wer auch immer Gauck nachfolgen wird - er muss in der Lage sein, sein Volk es zu einen und für sich zu gewinnen.

In Zeiten, in denen sowohl am rechten wie auch linken Rand erhebliche Unwuchten entstehen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, in denen Flüchtlingsheime brennen und die EU auseinanderfällt, ist das wichtiger denn je.

Ein Kandidat muss politisch erfahren, rhetorisch brillant und diplomatisch sein – in ihm muss sich die Nation wiederfinden.

Nicht nur ein winziger Teil von ihr.

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