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Wie 15.500 neue Gastarbeiter Deutschlands Wirtschaft stützen

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Wie 15.500 neue Gastarbeiter Deutschlands Wirtschaft stützen | Ralph Orlowski / Reuters
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Vergangenes Jahr haben 144.000 Menschen aus dem Westbalkan Asyl in Deutschland beantragt. Ohne Aussicht auf Erfolg. Es war eine höchst unbefriedigende Situation – für die Menschen selbst und für das ohnehin völlig überlastete deutsche Asylsystem.

Da hat sich die Bundesregierung etwas einfallen lassen – das zwar einen schauderhaft komplizierten Namen hat – aber offenbar eine ganz gute Lösung war.

15.500 Visa für Arbeitsmigranten

Wie die „Welt“ am Dienstag berichtet, hat Deutschland von Januar bis September dieses Jahres 15.500 Visa für Arbeitsmigranten aus dem Westbalkan ausgestellt.

Konkret für Menschen aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien.

Wie das System funktioniert

Sie dürfen nach dem im Zuge des Asylverfahrensbeschleunigungsgesetzes aufgelegten Gastarbeiterprogramm, konkret Paragraf 26 der Beschäftigungsverordnung für Ausländer, nach Deutschland kommen, um zu arbeiten.

Die Voraussetzungen: Sie brauchen ein konkretes Angebot für einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, für das kein EU-Bürger infrage kommt - Vorrangprüfung heißt das im Amtsdeutsch.

Außerdem dürfen sie in den zurückliegenden zwei Jahren keine Asyl-Leistungen bekommen haben. Oder sie haben ihren Asylantrag zurückgezogen und sind vor Inkrafttreten der neuen Regelung im Oktober 2015 aus Deutschland ausgereist.

In welchen Branchen die Menschen arbeiten

Nach den Recherchen der Zeitung arbeiten gut die Hälfte der Gastarbeiter auf dem Bau und mehr als 12 Prozent im Gastgewerbe.

Die Bezahlung muss - so jedenfalls steht es in den Regeln - so sein wie bei EU-Bürgern.

Insgesamt arbeiten übrigens noch mehr Menschen vom Balkan in Deutschland. Wie andere Bürger aus Drittstaaten auch können sie, wenn sie Hochqualifiziert sind, eine Bluecard beantragen. Zählt man sie dazu, waren es mehr als 27.500 Visa, die an sie vergeben wurden.

In welchen Branchen die Menschen arbeiten

Der Migrationsexperte der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Thomas Liebig, sagte der "Welt", das neue Programm sei Teil einer "klugen Politik". So habe man das Konzept sicherer Herkunftsländer mit einer gesteuerten Arbeitsmigration verbunden. Auch die Bundesagentur für Arbeit lobt, so komme man an die dringend benötigten Fachkräfte.

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(bp)