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Bundesweite Anti-Terror-Razzien: Was wir wissen und was nicht

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ANTITERROREINSATZ
Polizeiautos stehen am während eines Anti-Terror-Einsatzes vor einem Haus in Suhl (Thüringen). | Martin Wichmann/dpa
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  • Am Dienstag kam es bundesweit zu mehreren Anti-Terror-Einsätzen der Polizei
  • Eine konkrete Anschlagsgefahr soll es nicht gegeben haben
  • Hier gibt es einen Überblick, was bislang bekannt ist

In mehreren Bundesländern kam es am Dienstag zu Anti-Terror-Einsätzen der Polizei. Ziel der Razzien waren nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Erfurt zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft.

Hier gibt es einen Überblick, was über die Einsätze bislang bekannt ist und was nicht.

Was ist der Grund für die Einsätze?

Im Zentrum der Einsätze steht laut LKA Thüringen ein 28-jähriger russischer Staatsbürger aus Tschetschenien. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2015 hatte die Staatsanwaltschaft Gera das Landeskriminalamt beauftragt, gegen den Mann zu ermitteln.

Der Mann wurde der "Vorbereitung einer schweren staats-gefährdenden Gewalttat“ verdächtigt, hieß es seitens des LKA Thüringen. Demnach soll der Mann beabsichtigt haben, sich der Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien anzuschließen.

Eine konkrete Anschlagsgefahr habe es den Ermittlungen zufolge aber bislang nicht gegeben.

Verdacht auf Terrorismusfinanzierung

Die Razzien richteten sich aber noch gegen 13 weitere Personen. Im Laufe der Ermittlungen gerieten neben dem 28-Jährigen nämlich noch zehn weitere Männer und drei Frauen ins Visier der Fahnder. Bei den Personen gibt es laut LKA Thüringen einen Verdacht auf Terrorismusfinanzierung.

Bei den Einsätzen ging es deshalb auch um Geldtransfers ins Ausland. "Wir untersuchen, ob Gelder ins Ausland geleitet wurden, um terroristische Vereinigungen zu finanzieren", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera der Deutschen Presse-Agentur.

Zur Höhe der Beträge machte er mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben.

Wer waren die Verdächtigen?

Alle Beschuldigten sollen Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft sein. Die Männer und Frauen, die alle zwischen 21 und 31 Jahre alt sind, hielten sich als Asylsuchende in Deutschland auf. Ihr Aufenthaltsstatus ist bislang aber nicht abschließend geklärt.

Wo genau fanden die Einsätze statt?

In Thüringen gab es laut MDR Einsätze in Suhl, Schmalkalden, Hildburghausen, Jena, Leinefelde, Arnstadt und Weimar. Auch in Hamburg, Dortmund und in den Großräumen Leipzig und München kam es zu Einsätzen.

Was wurde bei den Razzien gefunden?


Wie der MDR berichtet
, wurde in einem Wohnblock im südthüringischen Suhl ein weißes Pulver entdeckt. Ein erster Verdacht auf Sprengstoff hat sich allerdings nicht bestätigt. Wie eine Sprecherin des LKA Thüringen mitteilte, wurde das Pulver untersucht. Dabei soll es sich als ungefährlich herausgestellt haben.

Um was genau es sich bei dem Pulver handelt, ist bislang noch nicht bekannt. Nach MDR-Informationen sollen es auch keine Drogen gewesen sein.

Bei den Razzien soll außerdem umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt und sichergestellt worden sein. Das sagte Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger. Bei dem Beweismaterial soll es sich demnach vor allem um Laptops, Festplatten und Bankunterlagen handeln.

Wurden die Verdächtigen festgenommen?

Entgegen erster Medienberichte soll es laut LKA Thüringen keine Festnahmen bei den Anti-Terror-Einsätzen gegeben haben. "Es gibt keinen Haftbefehl", sagte eine Sprecherin des Thüringer LKA am Nachmittag in Erfurt. Laut MDR habe die Polizei aber mehrere Personen für "polizeiliche Maßnahmen" mitgenommen.

Wie Thüringens Innenminister mitteilte, wurden am Dienstagnachmittag noch mehrere Beschuldigte vernommen.

Auch der Hauptverdächtige, der in Suhl von der Polizei angetroffen wurde, ist nach Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, berichtet das LKA Thüringen.

Mit Material von dpa.

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