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Das Foto dieser beiden Kinder aus Ägypten empört Menschen weltweit

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KINDEREHE GYPTEN
Die Verlobung eines 12-Jährigen mit einer 11-Jährigen hat in Ägypten für Empörung gesucht | Familienphoto via Masrawy
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  • Die Verlobung eines 12-Jährigen mit einer 11-Jährigen in Ägypten sorgt für Empörung
  • Kinderheirat ist in Ägypten gesetzlich verboten
  • Der Vorsitzende einer ägyptischen Nichtstaatlichen Organisation für Frauenrechte verlangte, die Eltern der beiden Kinder zu verklagen

Im ganzen Land druckten Tageszeitungen das Bild ab: Zwei Kinder sitzen nebeneinander auf einer Couch. Der Junge trägt einen blauen Anzug, das Mädchen neben ihm ist stark geschminkt und trägt ein weißes Kleid.

Das junge Paar stammt aus Ägypten. Das Bild zeigt den Abend, an dem der Vater des zwölfjährigen Omars die Verlobung seines Sohnes mit dessen Cousine Gharam bekannt gab. Gharam ist elf Jahre alt. Über den Fall berichtet jetzt sogar die US-Tageszeitung "Washington Post".

Kinderheirat ist in Ägypten verboten

Das ägyptische Gesetz verbietet zwar Ehen für Personen unter 18 Jahren. Trotzdem werden Kinderehen nach wie vor in dem Land am Nil geschlossen.

Knapp jedes sechste ägyptische Mädchen wird verheiratet, bevor es 18 wird, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf das Kinderhilfswerk Unicef.

Kinderehen sind gerade im Mittleren Osten, in Asien und in einigen Ländern Afrikas verbreitet. Mehr als 700 Millionen der heute weltweit lebenden Frauen, schätzte die UN 2014 in einem Bericht, wurden schon im Kindesalter verheiratet.

Keine Chance auf Bildung für früh verheiratete Mädchen

Noch sind die beiden Kinder nicht verheiratet. Ihr Verlobung hat trotzdem für Empörung gesorgt.

Reda Eldanbouki, der Vorsitzende einer ägyptischen Nichtstaatlichen Organisation für Frauenrechte, meldete den Vorfall den Behörden. Er reichte eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein, der Vorfall solle untersucht werden.

Laut der "Washington Post" forderte er in einem Statement zudem, die Eltern für das "Verbrechen" zu belangen.

Die Verlobung führe dazu, dass das Mädchen keine Chancen auf Bildung erhalten werde, sagte er der "Washington Post".

Der Unicef-Bericht bestätigt diesen Verdacht. Mädchen würden häufiger die Schule verlassen, wenn sie unter 18 Jahren verheiratet werden.

Mehr zum Thema: So hoch ist die Zahl der Kinderehen in Deutschland wirklich

"Eine Ermordung der Kindheit"

Der Vater des Jungen verteidigte in Lokalzeitungen seine Entscheidung.

Er "sei ein freier Mann und habe nichts Falsches getan", zitiert ihn die "Washington Post". Außerdem habe "Omar schon immer Gharam so sehr geliebt, dass er immer gesagt hat, er wird sie heiraten, wenn sie größer sind."

Deswegen habe er sich entschieden, die beiden zu verloben. Er betonte: "Sie werden erst heiraten, wenn sie das vorgeschriebene Alter erreichen."

Wie die "Washington Post" berichtet, sei in der Provinz bereits im Juni eine Kinderehe geschlossen worden. Der Bräutigam war in diesem Fall 12 Jahre, die Braut 10 Jahre alt. Eine Sprecherin des National Council for Motherhood and Childhood verurteilte die Kinderheirat mit deutlichen Worten.

Sie sei eine "Ermordung der Kindheit".

Mit Material der dpa

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