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Experte glaubt: Twitter, Netflix und Spotify wurden von Cyberwaffe attackiert

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CYBERATTACK
Symbolbild: So stellen sich Stockfotografen Hacker vor | Sylvain Sonnet via Getty Images
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  • Große Internetdienste wie Twitter, Netflix oder Spotify waren am Freitag über Stunden nicht erreichbar
  • Das Außergewöhnliche: Hinter der Attacke steckten viele vernetzte Hausgeräte
  • Ein Experte kann sich vorstellen, dass "eine Cyberwaffe getestet wurde“

Das Internet mit seinen vielen Diensten nimmt einen immer zentraleren Platz in unserem Leben ein - doch es bleibt dramatisch verwundbar. Das wurde wieder deutlich, als für Millionen Menschen auf der ganzen Welt am Freitag über Stunden immer wieder populäre Dienste wie Twitter, Netflix oder Paypal ausfielen. Wegen einer Online-Attacke.

Die Methode war dabei an sich brutal einfach: Es war eine dieser sogenannten DDOS-Attacken, bei denen Websites mit einer Flut von Anfragen bombardiert werden, bis sie in die Knie gehen. Eigentlich hat die IT-Sicherheitsbranche Methoden entwickelt, wie sie damit fertig werden kann.

Doch die Attacke von Freitag war besonders wuchtig. Dafür sorgte, dass die unbekannten Angreifer eine Armee aus vernetzten Geräten rekrutieren konnten: IP-Kameras, Drucker, Router, Baby-Monitore, TV-Festplatten-Receiver.

Hacker kaperten Haushaltsgeräte

Schwachstellen in der Software der Geräte machen es möglich, dass Hacker ihre Rechenleistung kapern und daraus sogenannte Botnets aus Millionen Geräten knüpfen können, die sie zentral steuern.

Bisher wurden so vor allem PCs ohne das Wissen ihrer Besitzer missbraucht, doch mit der Ausbreitung der vernetzen Heimelektronik wachsen auch die Möglichkeiten der Hacker: Milliarden solcher Geräte sind bereits im Alltag aktiv und Dutzende Milliarden werden folgen.

Obwohl Experten schon lange vor Sicherheitslücken warnen, legen viele Anbieter vor allem günstiger Geräte immer noch keinen Wert auf ausreichende Schutzmaßnahmen. In mancher Technik, die in den Haushalten steht, sei es technisch nicht einmal möglich, die Schwachstellen zu stopfen, mahnen Fachleute.

Test einer Cyberwaffe?

Experten sind deshalb alarmiert. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass hier eine Cyberwaffe getestet wurde“, sagt Klaus Landefeld der "Welt". Er sitzt im Vorstand des Verbandes der Internetwirtschaft, Eco, und ist dort zuständig für Infrastruktur und Netze.

Die Attacke von Freitag war auch deshalb so verheerend, weil die Angreifer einen neuralgischen Knotenpunkt des Netzes ins Visier nahmen: Das sogenannte Domain-Name-System (DNS), von dem die Webadressen wie twitter.com, die wir in die Internet-Browser eintippen, in die eigentlichen IP-Adressen der Websites übersetzt werden. Legt man also solche Dienste lahm, können auf einen Schlag viele Websites abgeschnitten werden, selbst wenn ihre eigentliche Infrastruktur perfekt funktioniert.

Schlechtes Vorzeichen für die Zukunft

"Ich bin überzeugt, dass diese Infrastruktur des Internets der Dinge insgesamt sehr gefährlich ist und jeder, der etwas dagegen tun kann, darauf aufmerksam werden sollte", sagte Allison Nixon, Forschungschefin beim IT-Sicherheitsspezialisten Flashpoint dem Fachblog "Krebs on Security".

Diese Website des IT-Journalisten und Sicherheitsexperten Brian Krebs war im September zum Ziel eines Probelaufs der neuen DDOS-Superwaffe geworden. Sein Web-Dienstleister Akamai erklärte damals, man habe noch nie eine Attacke in dieser Dimension gesehen - das sei ein schlechtes Vorzeichen für die Zukunft.

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(lp)