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Der Dschungel brennt: Das Flüchtlingslager in Calais wird heute geräumt

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CALAIS
Flüchtlinge haben in Calais mobile Toiletten angezündet, um gegen die Räumung ihrer Lagers zu protestieren | AP
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Das illegale Flüchtlingslager im französischen Calais wird geräumt.

In der Nacht war es einem Sprecher der Präfektur Pas-de-Calais zufolge zu einigen Zusammenstößen gekommen, als Migranten versucht hatten, auf eine nahegelegene Autobahn zu gelangen. Sie seien von der Polizei zurückgedrängt worden. Es habe keine Verletzte gegeben.

Um gegen die Räumung des Slum-ähnlichen Lagers zu protestieren, hatten Bewohner in der Nacht zum Montag mobile Toiletten in Brand gesteckt.

Im Einsatz sind nach offiziellen Angaben rund 1250 Polizisten. Die Behörden haben dafür 60 Busse bereitgestellt. Ende der Woche soll das Lager geräumt sein und abgerissen werden.

Vor einem Registrierzentrum in der Nähe des Camps warteten am Montagmorgen mehrere hundert Migranten. Sie sollen dort ab acht Uhr befragt werden, bevor sie auf ganz Frankreich verteilt werden. Den Menschen sollen zwei Regionen vorgegeben werden, zwischen denen sie wählen können. Ausgenommen sind Paris und Korsika.

Steine und Tränengas

Bereits in der Nacht zum Sonntag flogen aus einer Gruppe von mehreren Dutzend Menschen Steine auf Polizisten, die dann Tränengas einsetzten, berichtete der Nachrichtensender BFMTV.

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Das Lager an der Ärmelkanalküste war vor 18 Monaten entstanden. Die Bewohner hofften, auf irgendeine Weise nach Großbritannien zu gelangen. Die Zahl der Migranten wuchs rasch. Es entstanden zahlreiche Behelfsbauten und Geschäfte.

Wegen des baulichen Durcheinanders erhielt das Lager den Spitznamen Dschungel. Als Zentrum gilt eine von äthiopischen Christen errichtete Kirche, wo am Sonntag ein vierstündiger Gottesdienst abgehalten wurde. "Es ist ein besonderer Gottesdienst. Die Leute haben wirklich Angst", sagte Organisator Salamin, der wie viele Einwohner nur seinen Vornamen nennen wollte.

Auch bis zu 200 Aktivisten halten sich im "Dschungel" auf

Die Behörden schätzen, dass sich im "Dschungel" neben den Flüchtlingen zudem bis zu 200 Aktivisten der "No-Border"-Bewegung aufhalten, die für eine Welt ohne Grenzen eintreten.

In dem Lager leben nach offiziellen Angaben 6486 Menschen, Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu 8300. Sie sollen zwischen zwei Regionen in Frankreich wählen dürfen, in die sie dann gebracht werden.

"Wir haben 7000 Plätze. Wir haben Platz für jeden", versicherte der Direktor des Sozialdienstes in Calais, Serge Szarzynski.

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