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Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen: Hamburger Gericht erntet Shit-Storm. So geht es dem Opfer

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  • Ein 14-jähriges Mädchen wurde brutal vergewaltigt und im Schnee ausgesetzt
  • Doch vier von fünf Tätern kommen mit Bewährungsstrafen davon
  • Viele sind über das Urteil entsetzt. Das Opfer jedoch offenbar nicht
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Es ist aus Sicht mancher Medienvertreter ein Skandal – und auch das Netz überschlägt sich mit wüsten Beschimpfungen: Von einem „Schand-Prozess“ spricht die „Bild am Sonntag“.

Die Richter würden den Opfern ins „Gesicht spucken“, schreibt ein User im Internet. Und Twitter-Nutzer „Unlustig“ ist überzeugt: „Nach einer Gruppen-Vergewaltigung gehört man in den Knast gesteckt.“

Der Zorn auf das Hamburger Landgericht ist groß. Dessen Richter hatten Ende dieser Woche vier von fünf Tätern wegen einer Gruppenvergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dabei hatten die fünf Angeklagten im Alter von 14 bis 21 Jahren ein total betrunkenes 14-jähriges Mädchen sexuell missbraucht und dabei mit Flaschen und Gegenständen gefoltert.

Die fünf Männer und Jungen ließen ihr Opfer fast erfroren in einem Hinterhof liegen.

Nicht nur in Hamburg zweifeln jetzt viele am deutschen Rechtsstaat. Twitter Nutzer Ali Utlu etwa schreibt, das Urteil zeige Opfern, dass eine Anzeige nichts bringen würden.

Das Mädchen war nicht vor Gericht erschienen, hatte aber im Vorfeld des Prozesses eine Aussage bei der Polizei gemacht. Für die Justiz sei sie nicht auffindbar gewesen, ja sogar spurlos verschwunden, hieß es zunächst. Dies sei jedoch ein Irrtum gewesen, wie jetzt die „Bild am Sonntag“ schreibt.

Justiz-Irrtum: Mädchen war nicht verschwunden

Die Anwältin des Opfers, Christine Siegrot, sagte der Zeitung: „Der Prozess und die mediale Aufmerksamkeit waren für meine Mandantin sehr belastend. Dass sie als Zeugin nicht erreichbar war, heißt nicht, dass sie spurlos verschwunden ist.“
Mittlerweile ist das Jugendamt Berlin-Charlottenburg für das Mädchen zuständig.

Das Opfer ist mit dem Urteil offenbar zufrieden. Siegrot sagte: „Das Gericht hat in seinem Urteil Verantwortlichkeiten geklärt. Das ist gerade in Sexualstrafverfahren wichtig, in denen sich Frauen häufiger Mitschuld an der Tat geben, zum Beispiel, weil sie selbst alkoholisiert waren. Den meisten Betroffenen kommt es auf die Höhe der Strafe gar nicht an.“

Für die besonders brutale Vergewaltigung musste lediglich einer der fünf Angeklagten hinter Gitter. Bosko P. (21) sagte vor Gericht, das Mädchen habe freiwillig mitgemacht. Urteil für ihn: vier Jahre Haft.

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