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Deutschland ist das beste Land, um jung zu sein

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  • Eine britische Studie hat ergeben: Deutschland ist für junge Menschen das Land mit den besten Zukunftsperspektiven
  • Junge Leute erklären, warum die Studie tatsächlich stimmt

Deutschland ist das Land mit den besten Zukunftsperspektiven für junge Menschen. Das ergab eine aktuelle, breit angelegte Untersuchung der britischen Regierung. Mitarbeiter des Londoner Commonwealth-Ministeriums haben dabei die Lebensverhältnisse junger Leute im Alter von 15 bis 29 Jahren in insgesamt 183 Ländern verglichen.

Untersucht haben die Forscher fünf Themengebiete: Jobchancen, Bildung, Gesundheit, politische Beteiligung und Bürgerengagement.

Politische Beteiligung: Niemand besser als die Deutschen

constantin grosch
Constantin Grosch setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein.

Besonders in Sachen politischer Beteiligung sind junge Deutsche laut der Untersuchung wahre Weltmeister. Nirgends auf der Welt nehmen mehr 15- bis 29-Jährige am politischen Prozess teil.

Constantin Grosch, 24, ist hierfür ein gutes Beispiel. Er hat die erfolgreiche "Change.org"-Kampagne für ein besseres Teilhabegesetz vor drei Jahren initiiert. Heute ist daraus eine der größten Bewegungen in Deutschland für die Rechte von Menschen mit Behinderungen erwachsen.

„Man muss nicht immer gewählt sein, um heute Veränderungen anzustoßen", sagt Constantin Grosch. Er sehe sich als Social Campaigner. "Mit neuen Medien kann ich viel besser meine Forderungen verbreiten, ich kann direkt beeinflussen und bin nicht von den traditionellen Spielregen der Politik begrenzt. Wir denken und arbeiten in Netzwerken und können so die Fähigkeiten der Netzgemeinde bündeln. Ich habe heute als Engagierter mehr Möglichkeiten als jemals zuvor."

Schlusslicht in Sachen politischer Beteiligung ist laut der Untersuchung im übrigen die Volksrepublik China.

Jobchancen: Der Arbeitsmarkt ist nur in einem Land besser

akilnathan logeswaran
Akilnathan Logeswaran ist zufrieden mit den Möglichkeiten für Jugendliche auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Ebenfalls ganz vorne mit dabei in der Studie ist Deutschland bei den Jobchancen. Immerhin Platz zwei hinter dem Nachbarn Niederlande.

"Oft wird Amerika als das Land der Möglichkeiten bezeichnet. Während wir in Deutschland solche Worte eher meiden, muss es tatsächlich auch mal gesagt werden: Deutschland ist das Land der Möglichkeiten", sagt Akilnathan Logeswaran. Er ist Gründer einer Initiative, die junge Menschen mit Zuwanderergeschichte unterstützt, und bloggt für die HuffPost.

"Ja, es gibt Startschwierigkeiten, ja es gibt strukturelle Ungerechtigkeit, und ja, wir müssen was verändern. Aber, und zwar ein großes Aber, das alles sollte uns trotzdem nicht davon abhalten, unser eigenes Glückes Schmied zu sein. 2016 hatten wir eine der geringsten Arbeitslosigkeitsraten aller Zeit und wir sehen immer mehr neue Jobs entstehen, die wir vor ein paar Jahren noch gar nicht kannten."

Der Münchner mit deutsch-tamilischen Wurzeln weiß aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft es ist, nicht auf Anhieb eine Stelle oder gar ein Praktikum zu bekommen. "Ja, ich wurde noch vor guten zehn Jahren bei Aldi und McDonald's abgelehnt und heute habe ich es trotzdem 'geschafft'. Mit dem richtigen Willen und einer gesunden Portion Optimismus ist gerade heute in Deutschland den Möglichkeiten keine Grenze gesetzt!"

Bildung: Nur sieben Länder bieten bessere Bildungschancen

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Diese beiden Wuppertaler Schülerinnen besuchen "Deutschlands beste Schule 2015".

Auch in Sachen Bildungschancen steht die Bundesrepublik in den "Top Ten" – allerdings nur auf dem achten Rang weltweit.

Dass die Bildung junger Menschen Deutschland wichtig ist, verdeutlichen zum einen die hohen dreistelligen Millionenbeträge, die jährlich in diesen Bereich investiert werden. Und zum anderen, weil sich viele Bildungseinrichtungen für ihre Schüler einsetzen. So zum Beispiel die Wuppertaler Gesamtschule Barmen.

"Diese Schule ist der Hammer", sagt die Integrationsfachkraft der Stadt, Bettina Bergmann. Kinder aus 33 Nationen gehen hier zur Schule. Außerdem werden 40 körperlich beeinträchtigte Kinder in den Schulalltag in Barmen integriert. Das Ziel: Kein Kind soll auf der Strecke bleiben. Und: Seit Jahren hat kein Jugendlicher die Gesamtschule ohne Abschluss verlassen.

Gesundheit: Deutschland landet auf dem 28. Platz

hospital doctor germany
Das deutsche Gesundheitsangebot und die Fertigkeiten der hiesigen Ärzte haben weltweit einen guten Ruf.

Weltweit haben deutsche Ärzte und das deutsche Gesundheitssystem einen guten Ruf. Dennoch reicht es beim Zukunftsperspektiven-Ranking nur für einen 28. Platz.

Profitiert von den deutschen Gesundheitsstandards und medizinischen Fähigkeiten haben beispielsweise Hanadi, 15, und ihr fünf Jahre älterer Bruder Ahmad aus Syrien. Ohne den Einsatz deutscher Ärzte wären beide nicht mehr am Leben. "Hanadi und mir wurde so viel Gutes getan", sagt Ahmad.

Die beiden Jugendlichen waren im Jahr 2012 in ihrem Heimatland Opfer einer Explosion geworden. Syrische Ärzte konnten den beiden nicht helfen – deutsche Ärzte im Haunerschen Kinderspital in München dagegen schon. Denn hierzulande gibt es die notwendigen OP-Utensilien und das nötige Fachwissen, um Leuten wie Hanadi und Ahmad zu helfen.

Bürgerengagement: Rang 38 - Deutschland hat noch Potenzial

philipp von der wippel
Der Münchner Philipp von der Wippel hat die gemeinnützige Organisation "ProjectTogether" gegründet.

Die schlechteste Platzierung belegt Deutschland in der Kategorie "Bürgerengagement": Platz 37. Dabei beteiligen sich derzeit viele Jugendliche und junge Erwachsene deutschlandweit in der Flüchtlingshilfe. "Ein solch breites Engagement so vieler Menschen habe ich bisher noch nicht erlebt", sagt sogar SPD-Bundestagsmitglied Burkhard Lischka.

Einer der engagierten Bürger ist der 20-jährige Philipp von der Wippel aus München. Er hat die gemeinnützige Organisation "ProjectTogether" gegründet und maßgeblich aufgebaut - mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen zu helfen. "Ich habe ProjectTogether für dieses Ziel ins Leben gerufen, weil eine Gesellschaft notwendig ist, die den Mut und den Willen hat, jedes Problem anzupacken und zu gestalten", sagt er.

Die englische Studie zeigt also: Es läuft viel richtig in Deutschland. Es ist ein Ansporn, dass wir etwas schaffen können, wenn wir es wirklich wollen, wenn wir uns anstrengen. Und es ist ein Ansporn, Deutschland noch besser zu machen. Da geht noch was.

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Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

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(sk)