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Viele Deutsche glauben, ihre Sicherheit sei bedroht - aber das stimmt nicht

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SICHERHEIT
Viele Deutsche glauben, ihre Sicherheit sei bedroht - aber das stimmt nicht | Gettystock
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Die Deutschen sind berühmt dafür. Für sehr rationale Dinge wie Ordnung, Pünktlichkeit, Ingenieurskunst . Und für etwas völlig Irrationales: Angst.

Wenn im Ausland von der German Angst die Rede ist, dann ist damit oft eine sehr diffuse Angst gemeint. Eine Zukunftsangst. Eine Unsicherheit. Eine Angst, die keinen wirklichen Grund hat.

Eine neue Umfrage zeigt: Dass die Deutschen ängstlich sind, ist kein Vorurteil. Sondern eine gute Beschreibung.

Fast 70 Prozent halten die Lage für unsicherer

Das Umfrageinstitut YouGov hat herausgefunden, dass 68 Prozent der Befragten die Sicherheitslage im öffentlichen Raum heute als schlechter oder sogar viel schlechter einschätzen als noch vor zwei bis drei Jahren. Die Zeitung „Die Welt“ hat die Daten nun veröffentlicht.

Eine Einschätzung, die so pauschal nicht stimmt. Die Straßenkriminalität etwa hat sich von 2014 auf 2015 kaum verändert.

Die Gewaltkriminalität in Deutschland hat in den vergangenen Jahren abgenommen.

Allerdings stieg die Zahl der Taschendiebstähle von 2014 auf 2015 stark.

Die als vorrangige Terrorziele geltenden Flughäfen werden dem Bericht zufolge nur von rund der Hälfte der Befragten als unsicher empfunden, Parkhäuser im Schnitt nur von einem Drittel.

Männer in manchen Gegenden häufiger Opfer als Frauen

Dass sich Frauen an fast allen öffentlichen Plätzen mehr fürchten als Männer, erstaunt wenig. Hat aber wieder weniger mit der Faktenlage, sondern mehr mit dem Gefühl zu tun.

Je nach Gegend sind Männer im öffentlichen Raum sogar häufiger Opfer als Frauen. In Brandenburg etwa verzeichnete die Polizeidirektion West im vergangenen Jahr doppelt so viele männliche wie weibliche Opfer.

Betrachtet man alle Straftaten bundesweit, werden Männer und Frauen laut Kriminalstatistik etwa gleich oft Opfer.

Die große Überraschung

Allerdings hält die Umfrage auch eine echte Überraschung bereit: Während etwa 70 Prozent der befragten Christen die Sicherheitslage heute als wesentlich schlechter einschätzen, sind es nur 45 Prozent der Juden und 39 Prozent der Muslime.

Und das, obwohl es in den vergangenen Monaten immer wieder Berichte über antisemitische Übergriffe die Runde machten und Tausende Pegida-Demonstranten ihre Islamfeindlichkeit in die Welt brüllten.

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