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"Tagesschau" will AfD nicht mehr rechtspopulistisch nennen - so reagieren andere Medien

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In der "Tagesschau" wird über die AfD zukünftig ohne Zuschreibung berichtet. Die Nachrichtensendung wird ab sofort das Attribut "rechtspopulistisch" nicht mehr vor den Namen der Partei setzen.

ARD-Aktuell begründet das Vorgehen einerseits damit, dass die AfD mittlerweile den meisten Menschen bekannt sei.

Andererseits könne es bei einer Formulierung wie "die rechtspopulistische AfD" zwei sehr verschiedene Wahrnehmungen geben: "Während die einen darin eine inhaltlich korrekte Orientierungshilfe für das Publikum sehen, nehmen es die anderen als einen unangebrachten Versuch der Beeinflussung wahr," heißt es in einem Blogbeitrag von ARD-Aktuell.

Tagesschau-Chef: "AfD ist rechtspopulistische Partei"

Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke stellt aber auch klar: "Nach wie vor halte ich die AfD für eine rechtspopulistische Partei."

Doch wie reagieren andere deutsche Nachrichtensendungen auf diesen Vorstoß des Branchenprimus?

Zwar gibt es bei RTL für die News- und Magazinsendungen "keine generelle Ansage". "Es ist jedoch üblich, dass die AfD aufgrund ihres Bekanntheitsgrades ohne Zusatz tituliert wird", so RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer gegenüber Huffington Post.

Attribut durchaus noch als Synonym verwendet

Damit folgt der Kölner Sender im Grunde dem Vorgehen der "Tagesschau". Bolhöfer ergänzt jedoch, dass im Verlauf einer Meldung als Synonym für die AfD üblicherweise auch "rechtspopulistische Partei" verwendet werde.

Auch in den SAT.1-Nachrichtenformaten werde das genannte Attribut "in der Regel" nicht benutzt. "Ausnahmen gibt es, wenn die Nennung der Einordnung beziehungsweise Orientierung für die Zuschauer dient", heißt es auf Nachfrage aus der SAT.1-Presseabteilung.

Bezeichnung "bleibt den Redaktionen überlassen"

"Keine verbindliche Richtlinie" gibt es bisher beim ZDF. Das erklärte die Pressestelle der Huffington Post. Wie die AfD vom "Heute-Journal" oder von "Frontal 21" bezeichnet wird "bleibt den Redaktionen überlassen“, so das ZDF.

Innerhalb des Bayerischen Rundfunks wird die Frage, ob man die AfD mit dem Attribut versehen soll oder nicht, "derzeit intensiv und sachlich diskutiert." Gegenüber Huffington Post teilte der öffentliche-rechtliche Sender mit, dass eine abschließende Position noch ausstehe. Aber: "Das Vorgehen von ARD-Aktuell spielt bei den Überlegungen freilich eine wichtige Rolle."

Partei wird sich über Inhalte messen lassen müssen

Ob mit oder ohne Zusatz. Die Berichterstattung und Einordnung der AfD wird wohl bei allen Sendern nach wie vor über die Inhalte der Partei bestimmt.

Und so lange führende AfD-Vertreter wie zuletzt die Identitäre Bewegung umwerben, sich zu Pöblern bekennen oder alle Moscheen im Land schließen lassen wollen, wird die Partei mit dem Attribut "rechtspopulistisch" weiterhin verbunden bleiben.

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