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7 Fakten über die Horror-Clowns

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CREEPY CLOWN
Ein "Creepy Clown" - hier aber in einem gestellten Foto | Todd Keith via Getty Images
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Deutschlandweit häufen sich Vorfälle mit Menschen, die als Clown verkleidet übergriffig werden. So werden in den USA Horror-Clowns genannt. Denn dort tauchten die ersten Maskierten auf.

In den meisten der bisher bekannten Fälle machten sich maskierte Clowns einen schlechten Spaß daraus, andere Menschen zu erschrecken. Doch auch gewalttätige Übergriffe mit Messern, Latten oder gar Kettensägen sind dokumentiert.

Die sieben wichtigen Fakten zu dem besorgniserregenden Phänomen.

1. Woher kommt das Phänomen der Horror-Clowns?

Das erste Mal tauchten die "Creepy Clowns" im Jahr 2014 auf. Doch anders als jetzt schlugen die Sichtungen bei weitem nicht so hohe Wellen. Vor allem international sorgen sie kaum für Aufsehen. Allerdings häuften sich ab August die Vorfälle mit maskierten Clowns - abermals in den USA.

Seitdem gibt es dort fast täglich neue Vorfälle, wie eine interaktive Karte zeigt.

Außerhalb der USA sind auch Fälle in Großbritannien, Schweden oder gar Australien dokumentiert.

2. Wann schwappte das Phänomen nach Deutschland?

Hierzulande wurde der erste Übergriff eines Clowns am 15. Oktober in Wesel registriert. Es folgten Fälle in Gelsenkirchen und Bochum. Am Donnerstag vermeldete die Polizei drei weitere Attacken, zwei in Rostock und eine in Greifswald. In Essen griff am Freitag ein mit einer Holzlatte bewaffneter Clown einen Mann an, dieser wehrte sich mit Pfefferspray.

3. Wollen die Clowns nicht nur erschrecken?

Ganz klar: nein. Bisher wurden allein in Deutschland schon mehrere Menschen ernsthaft verletzt: In Rostock attackierte der Grusel-Clown einen 19-Jährigen mit einem Baseballschläger und verletzte ihn.

In Gelsenkirchen erlitt ein 33-Jähriger nach einem Angriff mit einem Messer eine Schnittwunde. Dort musste ein 14-Jähriger sogar an der Hand operiert werden, nachdem er sich auf der Flucht vor einem Clown verletzte. Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt stellte gegenüber der Huffington Post klar: "Die Clowns sind nicht nur Idioten, sie sind Straftäter." Bereits jemanden auf so widerliche Weise zu erschrecken, dass sie körperliches Unwohlsein spüren, sei "Körperverletzung", sagte Wendt.

4. Was steckt hinter dem Phänomen?

Nach Einschätzung des Psychologen Jens Hoffmann habe das Erschrecken eine lange Tradition, besonders zu Halloween. "Das hat sich nun verselbstständigt, da gibt es einen großen Nachahmungseffekt", sagt Hoffmann. Der Leiter des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt befürchtet, dass die Zahl der Übergriffe gewalttätiger Grusel-Clowns weiter steigen könnte. Auch der SPD-Innenexperte Uli Grötsch kann sich vorstellen, "dass es an Karneval und Halloween zu vermehrten Vorfällen kommt." Das sagte er der Huffington Post am Freitag.

5. Was treibt die Horror-Clowns an?

"Für viele ist das ein Spaß, einige wenige scheinen aber eine sadistische Motivation zu haben, wenn man sich die Aggressivität einiger Taten anschaut", sagt Psycholge Hoffmann. Ähnlich denkt auch Matthias Moser, der in seiner Freizeit als Horrorclown innerhalb einer Performance- und Theater-Gruppe tätig ist. In einem Interview mit der "Welt" berichtet der 35-Jährige, dass die Menschen gewohnt seien, die Welt in Gut und Böse einteilen zu können. “Im Clown verdreht sich das Spielerische, Lustige in etwas Wahnsinniges und Unberechenbares”, so Moser.

6. Was haben die Täter zu befürchten?

Die Polizei tappt bisher noch weitestgehend im Dunkeln. Nur ein 16-Jähriger hatte sich nach den Vorfällen in Gelsenkirchen den Behörden gestellt. Gegen ihn wird nun wegen Bedrohung und Körperverletzung ermittelt. "In diesem Fall wird es wohl bei Sozialstunden oder einer Ermahnung bleiben", sagt Olaf Brauweiler von der Polizei Gelsenkirchen. "Wäre der Täter volljährig, könnte das durchaus auf eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe hinauslaufen." Die Folgen für die Angreifer mit Clownsmaske seien zwar extrem abhängig vom Einzelfall, sagt Brauweiler. "Doch sobald sich jemand verletzt oder der Täter sein Opfer offensichtlich bedroht, gibt es einen Straftatbestand."

7. Wann wird das gefährliche Treiben enden?

Wissenschaftler Hoffmann glaubt, dass die derzeitige Berichterstattung über die Fälle in den Medien und sozialen Netzwerken die Clowns noch bekannter mache. Der Experte geht aber davon aus, dass die Popularität bald wieder nachlässt - wie oft bei Trends aus dem Internet.

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