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Familie des toten Terrorverdächtigen al-Bakr will Justizbeamte anzeigen

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Familie des toten Terrorverdächtigen Al-Bakr will Justizbeamte anzeigen | dpa
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  • Die Familie von Dschaber al-Bakr will gegen die sächsische Justiz vorgehen
  • Der Terrorverdächtige al-Bakr hatte in der Leipziger JVA Selbstmord begangen

Die Familie des toten Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr will nach Medienberichten gegen Beamte der sächsischen Justiz Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstatten.

Dies habe der deutsche Anwalt der Familie am Freitag bestätigt, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Der mutmaßliche Terrorist hatte sich in der vergangenen Woche in seiner Zelle in der Untersuchungshaft in Leipzig erhängt.

Hinterher hatte es Kritik an den Bediensteten der Justizvollzugsanstalt Leipzig gegeben.

Al-Bakr-Bruder: "Islamsiten begehen keinen Selbstmord"

Man müsse prüfen, ob die Behörden fahrlässig handelten, als sie Al-Bakr in einem gewöhnlichen Haftraum allein ließen und nur alle 30 Minuten nachsahen, obwohl der Inhaftierte bereits die Lampe in seinem Haftraum zerstört und an den Steckdosen manipuliert hatte, sagte der Leipziger Anwalt der Familie, Alexander Hübner, der Zeitung und den beiden Sendern.

Der Bruder des Toten, Alaa al-Bakr, der in Saasaa nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus lebt, zweifelte seither an, dass es sich überhaupt um einen Suizid gehandelt habe. "Selbst wenn er IS-Mitglied war: Die begehen keinen Selbstmord“, hatte er der „Welt“ gesagt.

Familie glaubt, Polizei habe al-Bakr getötet

Das sei im Islam verboten. "Ich bin mir wirklich sicher, dass die Polizei ihn umgebracht hat.“ Der Leipziger Anwalt der Familie, Alexander Hübner, distanziert sich zwar von solchen Vorwürfen.

Man müsse aber prüfen, ob die Behörden fahrlässig handelten, als sie Dschaber al-Bakr in einem gewöhnlichen Haftraum allein ließen und nur alle 30 Minuten nachsahen, obwohl der Inhaftierte bereits die Lampe in seinem Haftraum zerstört und an den Steckdosen manipuliert hatte.

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"Dass das nicht lege artis gelaufen ist, wie auch unser Justizminister sagt, ist ja offensichtlich“, sagte der Anwalt. Auf fahrlässige Tötung steht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

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