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Stephen King: "Trump ist ein Frankensteinmonster, niemand kann es kontrollieren"

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STEPHEN KING
Horror-Autor Stephen King | Joe Cohen / Getty Images
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  • Der Autor Stephen King hat eine klare Meinung zum US-Präsidentschaftswahlkampf
  • Trump habe keine Überzeugung und keine politische Erfahrung, sagt King
  • Sollte Trump an die Macht kommen, macht sich King ernsthaft Sorgen um die Welt

Eigentlich ist Stephen King für seine ellenlangen Grusel-Romane bekannt. Aber der Autor hat vor drei Jahren auch die 140 Zeichen bei Twitter für sich entdeckt. Momentan treibt ihn vor allem eines um: der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf.

Und da hat King eine eindeutige Meinung: "Ich mache mir Sorgen. Donald Trump ist nicht qualifiziert dazu, Präsident zu sein – weder von der Erfahrung her noch von seinem Temperament", sagte er in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Hillary Clinton sei zwar nicht besonders beliebt bei den Wählern, werde aber in der Lage sein, den Job gut zu machen, wenn sie ihn bekomme, glaubt der Autor.

Auch Kings Tweets sprechen Bände darüber, was der Starautor von Trump hält. "Je mehr ich über Donald Trump lese und ihm zuhöre, um so mehr stößt er mich ab. Nicht als Demokrat, als menschliches Wesen. Er ist ein durch und durch böser Mensch."

Seine Follower stimmen dem negativen Ton gegenüber Trump mehrheitlich zu, erklärt King. "Und selbst wenn nicht, nehmen sie es sportlich, wenn ich mal hinlange."

Die Welt wäre nach vier Jahren Trump zerstört

King tweete zum Beispiel: "Donald Trump zu wählen, um Amerika zu reparieren ist so, als wollte man ein Ekzem mit einem Gasbrenner heilen."

Oder er zeigt mit einem Bild von seinem Hund Molly, wie die Welt nach vier Jahren Trumpscher Außenpolitik aussehen würde.

Auch wenn sich die Umgangsformen im Wahlkampf schon seit den 60er-Jahren geändert hätten, habe der Ton seit Donald Trumps Schmähungen, Angriffen und Lügen noch einmal einen Tiefpunkt erreicht. "Die Republikaner von der Tea Party haben ein Frankensteinmonster erschaffen, jetzt tobt es, und keiner kann es kontrollieren."

"Er hat überhaupt keine festen Überzeugungen

Zur Person des republikanischen Präsidentschaftskandidaten sagt King: "Donald Trump ist ein Unternehmer und Showstar, der als Präsident anfangs nur antrat, um Werbung für seine Geschäfte zu machen: Er hat überhaupt keine festen Überzeugungen."

Die Republikaner hätten sich Trump ausgesucht, weil sie in ihrer Wut auf das, was sie für das Establishment halten, blind geworden seien für die vielen Mängel Trumps. Trump habe selbst nicht daran geglaubt, Erfolg innerhalb der Partei zu haben: "Ich bezweifle, dass er sich bis zur Mitte der Vorwahlen überhaupt selbst ernst genommen hat."

Trump ist schon mal in einem King-Roman aufgetaucht

Außerdem habe "das rechte Lager Angst im Sonderangebot". Diese Angst nähmen die Leute dankend an, obwohl Wirtschaft und Arbeitsmarkt viel besser dastehen, als zu Barack Obamas Amtsantritt vor acht Jahren, sagt King.

Laut King sei Trump schon 1979 in einem seiner Romane aufgetaucht: als Politiker Greg Stillson in Deadzone.

In dem Roman steht ein Lehrer vor der Entscheidung, ob er den künftigen US-Präsidenten Stillson töten soll, als er die Gelegenheit dazu hat. Denn der Lehrer hat vorhergesehen, dass Stillson den dritten Weltkrieg auslösen wird.

Als der Lehrer auf Stillson feuert, schnappt sich der Politiker ein Kind als Schutzschild und überlebt das Attentat. Politisch ist der Kandidat aber damit erledigt, weil die Öffentlich nun weiß, wie sein Charakter wirklich ist.

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