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Gipfeltreffen in Berlin: Dieses Foto zeigt, was Putin wirklich von den EU-Sanktionen hält

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Bis spät in die Nacht zum Donnerstag liefen die Verhandlungen um den Ukraine-Konflikt und die Syrien-Krise.

In Berlin trafen sich neben dem russischen Präsident Wladimir Putin und Kanzlerin Angela Merkel auch die Staatschefs der Ukraine und Frankreichs, Petro Poroschenko und François Hollande.

Vor den Augen der Presse nahmen alle an einem großen, runden Tisch Platz (im Video oben). Die Beteiligten wollten damit ihren Willen zu gemeinsamen Gesprächen unterstreichen, um in den beiden Konfliktregionen mit Lösungsvorschlägen voranzukommen.

Putin stellt EU-Sanktionen bloß

Jedoch nutzte Putin das symbolträchtige Gipfeltreffen auch zu einem Affront gegen die Europäische Union (EU). Denn zwischen sich und Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier setzte der russische Präsident seinen persönlichen Berater Wladislaw Surkow.

Das Pikante an der Sache: Surkow steht seit März 2014 auf der EU-Sanktionsliste. Demnach dürfte er eigentlich gar nicht in die EU einreisen. Zudem wurden die Bankkonten des ebenfalls als Geschäftsmann tätigten Beraters eingefroren.

Ein Journalist der russischen Zeitung "Komsomolskaja Prawda" wies zuerst auf die Teilnahme Surkows in Berlin hin. Er twitterte: "Übrigens ist Surkow auf der Sanktionsliste [der EU], aber die Deutschen ignorierten das nicht nur, sie setzten ihn auch direkt neben Steinmeier."

Surkow ist nicht irgendein Berater. Er soll die Annektierung der Krim vorbereitet haben. Deswegen setzte ihn die EU auf ihre insgesamt 146 Personen umfassende Sanktionsliste. Surkow soll zeitweise maßgeblich die russische Innenpolitik mitbestimmt haben.

Derzeit ist der 52-Jährige innerhalb der Präsidialadministration zuständig für die Beziehung Russlands zu den von Georgien abtrünnigen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien sowie zur Ukraine.

EU will weiterhin neue Sanktionen beschließen

Angesichts der wiederholten Forderungen nach neuen Sanktionen muss Surkows Anwesenheit der EU auch gezeigt haben, wie wirkungslos ihre Maßnahmen sind. Gleichzeitig verdeutlicht es die Durchsetzungsmacht und Stärke Putins gegenüber der EU, insbesondere im Ukraine-Konflikt.

Surkow mit nach Berlin zu bringen, lässt sich also auch als deutliches "Fuck you" Putins an die Adresse der Europäer lesen.

Es scheint in dem Zusammenhang besonders absurd, dass beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag die Diskussion über Sanktionen fortgesetzt werden soll.

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