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Wieso weniger Kaffee dich erfolgreicher machen könnte

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BUSINESS MEN COFFEE
Jacob Ammentorp Lund via Getty Images
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Es klingt nach einem doch recht ungewöhnlichen Karriere-Tipp: Trink einfach weniger Kaffee - genauer gesagt Koffein - und du wirst im Job erfolgreicher sein.

Der Vorschlag stammt von Travis Bradberry, preisgekrönter Autor des Buchs "Emotional Intelligence 2.0". Immerhin gibt er zu, dass das einfacher gesagt als getan ist. Aber was hat Koffein überhaupt mit Karriere zu tun?

"Für diejenigen unter euch, denen das bisher nicht bewusst war: Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu kontrollieren und auch unter Druck ruhig zu bleiben, steht in direkter Verbindung zu eurer Leistung", schreibt er in einem Beitrag für das Magazin "Inc".

Untersuchungen hätten gezeigt, dass 90 Prozent der Leistungsträger in der Gesellschaft über eine hohe emotionale Intelligenz verfügen.

Emotional intelligente Menschen zeichnen sich vor allem durch die Fähigkeit aus, ihre Gefühle auch in Stresssituationen bewusst und gewinnbringend zu lenken. Sie sind außerdem in der Lage, die Gefühle der Menschen in ihrer Umgebung wahrzunehmen und empathisch auf sie einzugehen.

Emotionale Intelligenz ist also wichtig, um Karriere zu machen. Und laut Bradberry hat Koffein in dieser Hinsicht einen schlechten Einfluss.

Das Problem mit dem Adrenalin

Koffein sorgt dafür, dass der Körper Adrenalin ausschüttet. Das führt dazu, dass ein so genannter "fight-or-flight"-Mechanismus ausgelöst wird. Wir sind alarmiert: Bereit zu kämpfen oder die Flucht zu ergreifen, wenn nötig. Er ist ein Überbleibsel der Evolution.

Das Problem daran: Das rationale Denken wird vorübergehend ausgeschaltet, damit der Körper schneller reagieren kann. "Das ist toll, wenn ein Bär dich verfolgt, aber es ist nicht so toll, wenn du eine knappe Email schreibst", erklärt Bradberry. In diesen Momenten nehmen die Gefühle Überhand und sind schwerer zu kontrollieren.

Hinzu kommt, dass große Mengen an Koffein den Blutdruck erhöhen und das Herz zu stark stimulieren können. Außerdem wird der Atem flacher und das Gehirn nicht mehr mit genügend Oxygen versorgt. Das Gehirn aber braucht genügend Oxygen, um ruhig und rational arbeiten zu können.

Schlechter Schlaf - und ein Teufelskreis beginnt

Der stimulierende Effekt des Koffeins ist den meisten vielleicht bekannt. Aber wenige wissen, wie stark sich der Stoff auf unseren Schlaf auswirkt. Der Körper braucht ganze 24 Stunden, um Koffein zu verarbeiten.

Das heißt: Alles, was wir nachmittags trinken, wird abends immer noch zu 50 Prozent in unserem Körper sein. Mit Koffein im Blut ist der Schlaf deutlich schlechter. Vor allem die wichtige Tiefschlaf-Phase ist Forschern zufolge gefährdet.

Dadurch fühlen wir uns auch am nächsten Morgen unausgeschlafen, greifen vermutlich erneut zu Koffein - und ein Teufelskreis beginnt.

Wer in seiner Karriere voran kommen will, sollte es also gar nicht erst so weit kommen lassen und in Zukunft vielleicht öfter mal auf den Kaffee verzichten - oder stattdessen zu Tee greifen. Der soll schließlich sogar noch beruhigen - und könnte so dabei helfen, empathisch auf die Kollegen zuzugehen.

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