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Schweizer Journalist konfrontiert Assad mit Foto von leidendem Kind - seine Reaktion spricht Bände

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OMRAN
Omran nach seiner Rettung | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Das Bild des 5-jährigen Omran wurde zum Symbol der Leiden der Zivilbevölkerung im Syrien-Krieg
  • In einem Interview mit einem Schweizer Sender wurde der syrische Präsident Baschar al-Assad jetzt auf das Foto angesprochen
  • Er bezeichnete es als "gefälscht"

Im August ging das Foto von Omran um die Welt. Blutig, von Asche und Staub bedeckt sitzt der 5-Jährige in einem Krankenwagen.

Kurz zuvor ist er von Mitgliedern der syrischen Such- und Rettungsorganisation Weißhelme aus den Trümmern eines Hauses in Aleppo gerettet worden. Syrische oder Russische Flugzeuge hatten die Stadt zuvor bombardiert.

Nun konfrontierte Journalist Sandro Brotz den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit dem Foto. Bereits am Dienstag wurde das Gespräch für das Schweizer Fernsehen in Damaskus aufgezeichnet, am Mittwochabend in einer gekürzten Fassung ausgestrahlt.

Ein Symbol des Syrien-Krieges

"Dieses Foto ist zum Symbol des Krieges geworden", leitet Brotz in seine Frage in dem viel beachteten Interview ein. Er holt das Bild von Omran aus seiner Sakkotasche und zeigt es dem syrischen Staatschef: "Gibt es etwas, was sie Omran und seiner Familie sagen wollen?"

alassad omran

Assad zeigt sich kühl. "Damit wollte Al-Nusra in Aleppo ihr Image aufpolieren." Der kleine Junge und seine Schwester seien zwei Mal gerettet worden, sagt der Staatschef. Er wettert: "Omran ist Teil der Propaganda dieser Weißhelme, keiner dieser Vorfälle sei echt. Damit rückt Assad die freiwilligen Helfer in die Nähe der islamistischen Terrororganisation.

Schon in Vergangenheit schoss Assad immer wieder scharf gegen die Weißhelme. Ein Journalist konfrontierte Assad vor wenigen Wochen damit, dass diese den Alternativen Nobelpreis gewonnen hatten. Assad antwortete lachend: "Was haben sie in Syrien erreicht?"

Das Foto soll ein Fake sein

Zum Omran-Foto sagte der syrische Präsident, das Bild selbst sei "gefälscht", "nicht echt". Erst auf Nachfrage gibt der syrische Präsident zu, dass in Aleppo und in Syrien unschuldige Zivilisten sterben.

Aleppo gehört in dem mehr als fünfjährigen Bürgerkrieg zu den umkämpftesten Gebieten. Bis vor Kurzem flogen syrische und russische Jets die heftigsten Luftangriffe seit Ausbruch des Konflikts. Am Dienstag stoppten Syrien und Russland vorerst die Bombardierungen.

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