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Diese antik aussehenden Reise-Poster bergen eine beunruhigende Botschaft

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WERBEPLAKATE
Ein englisches Reiseunternehmen wirbt mit diesen Retro-Plakaten | Expedia.co.uk
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Nicht nur in der Mode ist der Vintage-Look voll im Trend. Auch das britische Reiseunternehmen "Expedia" hat nun den Stil für sich entdeckt und wirbt mit nostalgisch gestalteten Retro-Plakaten.

Zu sehen sind auf den Anzeigen verschiedene Tiere, die als Werbung für ihr jeweiliges Herkunftsland stehen. Das Besondere an diesen Lebewesen ist aber, dass Reisende sie niemals in der Realität zu Gesicht bekommen werden. Denn die abgebildeten Spezies sind allesamt ausgestorben.

Werbeaktion verfolgt ein klares Ziel

Die Kampagne des Reiseunternehmens, die unter dem Titel „Unbekannter Tourismus" läuft, verfolgt ein klares Ziel, sagt Matt Lindley von "Expedia“ und Sprecher des Unternehmens.

"Wir wollen der unglaublichen Tierwelt gedenken, die wir verloren haben, sowie den Reisenden etwas über die jeweiligen Länder offenbaren, das sie nicht unbedingt wissen, bevor sie dorthin fahren", sagt Lindley.

Die Plakate sind damit auch ein Aufruf die Natur in den Reiseländern zu schützen - und ein Andenken an die großartige Natur, die zerstört wurde.

Der goldene Schatz Costa Ricas

costa rica
Die "Golden Toad" gab es nicht nur in orange, sondern in vielen verschiedenen Farben.

Auf dem Werbeplakat für Costa Rica ist die "Golden Toad", eine besondere Kröte, abgebildet. Jahrhundertelang lebte sie ungestört. Erst eine Hitzeperiode und ausbleibender Regen Ende der 1980er-Jahre machte der Kröte zu schaffen. Die Dürre leitete das Ende für die "Golden Toad" ein - 1989 verstarb die letzte ihrer Art. Die Krötenart erwies sich davor als äußerst farbenfroh: Es gab sie in orange, weiß, gelb, rot und grün.

Die Riesenechse aus Jamaika

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Die Riesen-Gallwespenschleiche war hauptsächlich auf Jamaika beheimatet, aber auch auf Haiti.

Weiter östlich von Costa Rica lebte eine spezielle Eidechsenart: die Riesen-Gallwepspenschleiche - auch "Giant Galliwesp" genannt. Das bis zu 60 Zentimeter lange Reptil fiel der Kolonialisierung Jamaikas durch die Europäer und deren Hunde und Katzen zum Opfer. Mitte des 19-Jahrhunderts war das Ende der Echsenart besiegelt, seither ist sie nie wieder gesichtet worden.

Die beliebteste Raubkatze Tasmaniens

tasmansische tiger
Noch heute ist der Tasmanische Tiger eine Symbolfigur in seinem Herkunftsland.

Ebenfalls ausgestorben ist das Symbol der Insel Tasmanien: der Tasmanische Tiger. Obwohl, oder gerade weil der Tiger eine gewisse Symbolkraft hatte, wurde er von den Menschen gnadenlos gejagt - als Trophäe oder Glücksbringer. 1936 wurde der letzte Tasmanische Tiger getötet. Nun ziert er das Werbeplakat für die Insel, die südlich des australischen Kontinents liegt.

Alaskas größtes Meeresäugetier

alaska
Die Seekuh lebte in den Gewässern nahe des heutigen Alaska.

Auf der nördlichen Erdhalbkugel tummelte sich jahrzehntelang die Seekuh in ihren Heimatgewässern nahe Alaska. Sie konnte zu Lebzeiten ein Gesamtgewicht von bis zu 11.000 Kilogramm erreichen und war das größte Meeressäugetier seiner Zeit. Auch die Seekuh fiel dem Jagdfieber der Menschen zum Opfer und starb bereits 1786 aus.

Der Dodo - das Symbol für Mauritius

dodo mauritius
Der Dodo ziert noch heute das Wappen von Mauritius.

Das wohl bekannteste ausgestorbene Tier ist auf dem Retro-Plakat für Mauritius zu sehen: der Dodo. Der flugunfähige und äußerst zutrauliche Vogel lebte hauptsächlich auf der kleinen Insel im Indischen Ozean östlich von Madagaskar, ehe ihn der Mensch im 17. Jahrhundert ausrottete. Noch heute ziert der Dodo das Wappen des Inselstaats Mauritius.

Der Drei-Meter-Riese Neuseelands

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Der Laufvogel Moa ernährte sich ausschließlich von Pflanzen.

Ein weiterer Laufvogel, der Moa, war lange Zeit in Neuseeland beheimatet. Der bis zu dreieinhalb Meter große Pflanzenfresser wog etwa 230 Kilogramm und war somit für Bewohner der Insel eine wichtige Nahrungsquelle. Der Moa-Laufvogel stillte den menschlichen Hunger in Neuseeland allerdings nur bis ins 13. Jahrhundert, dann verschwand der Moa gänzlich von der Bildfläche.

Weltweite Reaktionen auf die Werbeaktion

Schon jetzt hat das Reiseunternehmen von seiner Plakataktion enorm profitiert. Die sechs Werbeplakate verbreiten sich in den sozialen Netzwerken.

Expedia-Projektsprecher Lyndley sagt: "Wenn die Poster mehr Menschen dazu bringen, über den Verlust der Artenvielfalt nachzudenken, wäre das schon ein gutes Ding."

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(ben)