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So versuchen Pepsi und Coca-Cola die Verbraucher zu manipulieren

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COCA COLA PEPSI
Getränkeautomaten von Coca-Cola und Pepsi im US-Bundesstaat Indiana | Bloomberg via Getty Images
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  • Eine neue US-Studie zeigt, dass Pepsi und Coca-Cola in den letzten Jahren fast 100 US-Gesundheitsorganisationen sponserten
  • Die Getränkeriesen versuchten so wohl, ihre Marken zu stärken und mögliche Gegner zu "neutralisieren"
  • Das klappte mindestens in einem Fall

Ein normales Glas Coca-Cola enthält mehr als sieben Stückchen Würfelzucker. Auch beim Konkurrenten Pepsi ist der Wert ähnlich hoch.

Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene tägliche Zuckerhöchstmenge liegt für Frauen bei 25 Gramm, für Männer bei 30 Gramm. Dieses Limit ist bereits nach zwei Gläsern der süßen Brause überschritten.

Für Coca-Cola und Pepsi gibt es also genügend Gründe, das Image aufzupolieren.

Gesundheitsorganisationen scheinen bei diesem Unterfangen ein natürlicher Gegner. Deshalb sponserten die beiden Getränke-Riesen diese zwischen 2011 und 2015 erheblich.

Fast 100 Gesundheitsorganisationen erhielten Spenden

Das geht aus einer Studie zweier US-Forscher hervor, der im "American Journal of Preventive Medicine" veröffentlicht wurde. In dem wissenschaftlichen Artikel zeigen Daniel G. Aaron und Michael B. Siegel wie Coca-Cola und Pepsi fast 100 gemeinnützige Organisationen finanziell unterstützten, die sich in den USA im Bereich der öffentlichen Gesundheit engagieren.

Unter den Begünstigten sind sogar zwei Diabetes-Organisationen, die "American Diabetes Association" und die "Juvenile Diabetes Research Foundation". Die Forscher der Boston University School of Public Health zeigten sich gerade über diese Verbindung überrascht, "bedenkt man den engen Zusammenhang zwischen Diabetes und dem Konsum von Limonaden."

Aaron und Siegel vermuten, dass hinter den Zuwendungen eine Doppelstrategie der Brausehersteller steckt: "Einerseits nutzen die beiden Firmen die Verbindungen zu den Gesundheitsorganisationen um positive Assoziationen zu ihren Marken zu schaffen."

Coca-Cola und Pepsi versuchen mögliche Gegner zu "neutralisieren"

Andererseits würden Coca-Cola und Pepsi versuchen mögliche Gegner zu "neutralisieren", indem letztere finanziell und ideell an die Hersteller gebunden werden, so die Autoren. So sollen beispielsweise Gesetzesinitiativen gegen Fettleibigkeit verhindert werden.

Auch ein Beispiel wird in der Studie genannt: Die Organisation Save the Children befürwortete lange Zeit die Einführung einer Limonaden-Steuer in den USA. Doch 2010 ließen sie plötzlich von dem Plan ab. Pikant: Ein Jahr zuvor erhielt die Organisation mehr als 5 Millionen US-Dollar von Coca-Cola und Pepsi.

Parallelen zu Zigarettenindustrie

Die beiden Forscher ziehen in ihrer Stunde auch Verbindungen zum Vorgehen der Zigarettenindustrie. Denn diese habe ebenfalls lange Zeit an zahlreiche Organisationen gespendet.

Doch mittlerweile wird das Geld aus der Tabakindustrie zum Großteil abgelehnt. "Die Limonadenhersteller sollten genauso behandelt werden", resümieren Aaron und Siegel. Bisher hätten nur eine Handvoll der untersuchten Organisationen ihre Zusammenarbeit beendet, um einen Interessenskonflikt auszuschließen.

Die Forscher ermittelten, dass insgesamt 96 Organisationen und Verbände Spenden erhielten, teilweise sowohl von Coca-Cola als auch von Pepsi. Möglicherweise ist die Liste noch länger, da nur Coca-Cola seine Zuwendungen öffentlich machte.

So sollen wohl kritische Stimmen beseitigt werden - damit sich die Konsumenten weniger Sorgen, um die gesundheitlichen Folgen des Cola-Konsums machen.

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